1.8. Vorstellungsgespräch Körperhaltung: Lest die Signale!

Wir sagen nicht immer, was wir denken. Aber unsere Körpersprache verrät, was wir fühlen. Selbst wenn wir schweigen, redet unser Körper noch. Dessen Aussagekraft ist nicht zu unterschätzen. Insbesondere im Vorstellungsgespräch hängt die Wirkung der Selbstpräsentation enorm von der Mimik und Gestik, also den Gesichtszügen, der Körperhaltung und den Bewegungen ab. Sie können Sympathie wecken – oder das Gegenteil. Wir zeigen Ihnen hier, worauf Sie bei der Vorstellungsgespräch-Körpersprache achten müssen, was Sie damit (unwissentlich) signalisieren und wie Sie den ersten Eindruck optimieren können…


Worauf Personaler bei der Körpersprache achten

Der erste Eindruck prägt ein Gespräch entscheidend. Die Körpersprache im Vorstellungsgespräch spielt dabei eine entscheidende Rolle. Erst wenn die nonverbalen Signale zu den Aussagen und dem restlichen Bild des Bewerbers passen, entsteht ein stimmiges Bild und damit Glaubwürdigkeit und Authentizität, die bei der Bewerbung eine entscheidende Rolle spielt.

Begrüßung, Kleidung, Mimik, Gestik, Körperhaltung – all das verrät Personalverantwortlichen viel über den oder die Bewerber(in). Es kann eine Chance sein, Sympathien zu gewinnen, von Beginn an zu überzeugen und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Oder auch nicht.

Diese 8 Gesten fallen Personalern regelmäßig negativ auf

In Umfragen nennen Personaler immer wieder dieselben Verhaltensweisen, Körperhaltungen oder Gesten, die ihnen dabei negativ auffallen und Bewerber ins Aus katapultieren können. Allerdings nur, wenn diese „massiv“ auftreten. Also keine Panik: Nur weil ein Kandidat oder eine Bewerberin mal nervös zappelt, an den Fingern nestelt oder verlegen in den Haaren fummelt, fällt keiner gleich in Ungnade. Das ist normale Nervosität – und völlig legitim. Die Dosis macht das Gift…

Was Personaler jedoch regelmäßig bemängeln:

  • Fehlender Blickkontakt

  • Kein Lächeln

  • Zappeln, fummeln, nesteln

  • Schlaffe Körperhaltung

  • Schlaffer Händedruck

  • Arme verschränken

  • Mit den Haaren spielen

  • Mit den Händen fuchteln

Kleidung im Vorstellungsgespräch

Auch die Kleidung im Vorstellungsgespräch zählt gewissermaßen zur Körpersprache und prägt ebenfalls den ersten Eindruck entscheidend mit. Es stimmt schon: Kleider machen Leute. Das Outfit kann viel über Ihr Selbstbewusstsein aussagen, über Ihre Persönlichkeit und den Anspruch auf den Job. Die Faustregel dazu lautet:

Kleiden Sie sich stets für den Job, den Sie wollen – nicht für den, den Sie schon haben oder gerade nicht haben.

Wie wir uns kleiden, sagt etwas darüber aus, wie wir uns selbst wahrnehmen. Aber auch, wie wir wahrgenommen werden wollen (Fachjargon: „Dress for success“).Fakt ist:

  • In formeller Kleidung werden Sie ernster genommen, strahlen mehr Seriosität und Kompetenz aus. Das Ergebnis sind Vorschusslorbeeren – noch bevor Sie Gelegenheit hatten, sich inhaltlich zu präsentieren.

  • An der Kleidung im Vorstellungsgespräch erkennt der Personaler, ob Sie zum Unternehmen passen. Ihre Kleidung repräsentiert nicht nur Sie, sondern – indirekt – auch Ihre spätere Tätigkeit und wie Sie das Unternehmen repräsentieren. Wer beispielsweise viel Kundenkontakt haben wird, ist zugleich Aushängeschild der Firma.

Als Grundregeln und erste Tipps fürs Vorstellungsgespräch können Sie sich daher merken:

  • Die richtige Kleidung sollte stets gepflegt und sauber sein.

  • Ihre Kleidung sollte zu Ihrem Typ passen. Verkleiden Sie sich nicht.

  • Die Garderobe sollte zudem zur ausgeschriebenen Stelle passen.

  • Achten Sie auf harmonisch abgestimmte Farben. Sie wirken so sympathischer und kommunikativer.

Ein Wohlfühl-Outfit hilft zwar, Stress und Nervosität abzubauen. Wählen Sie aber eine zu legere oder zu sportliche Garderobe, wirken Sie schnell unseriös und unprofessionell.


So gefährlich wirkt der Horn-Effekt

Der sogenannte Horn-Effekt beschreibt ein psychologisches Phänomen, bei dem eine einzige negative Eigenschaft viele positive überstrahlt.

Manchmal reicht dazu schon ein einziges falsches Wort, ein feuchter Händedruck oder Mundgeruch. Irgendwas, das dem Personaler übel aufstößt – schon kippt die ganze Bewerbung. Jede Aussage wird dann auf die Goldwaage gelegt und anders aufgenommen als sie der Kandidat meint. Ein Wahrnehmungsfehler zwar – aber mit verheerender Wirkung.

Dabei wirkt die einzelne negative Eigenschaft so dominant, dass sie alles andere vergessen macht. Typisch etwa: Körpergeruch. Wenn jemand ungepflegt (oder nach Schweiß) riecht, kann die Person das Schlauste sagen, was sie will. Der Duft überstrahlt alles. Und alles bleibt unangenehm. Keine Chance mehr. Das Vorstellungsgespräch ist gelaufen.

Achten Sie daher darauf, solche vermeidbaren Makel schon im Vorfeld auszuschließen. Gegen Körpergeruch helfen Duschen, Deo und frische Wäsche, gegen Mundgeruch Zähneputzen und Kaugummi. Nicht selten sind es solche Nebensächlichkeiten, die den Ausschlag geben. Ja, das ist nicht fair. Vielleicht sogar oberflächlich. Aber ändern lässt es sich trotzdem nicht. Die Psychologie-Effekte sind zu tief in uns verwurzelt. Auch in Personalentscheidern.


Tipps für die Körpersprache im Vorstellungsgespräch

Tatsächlich scheitern die meisten Kandidaten im Vorstellungsgespräch nicht an fachlichen Qualifikationen. Die sind längst durch den Lebenslauf und die Vorauswahl verifiziert. Den Test haben sie schon bestanden, sonst wären die Bewerber gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden.

Im Gespräch erleiden die Kandidaten vielmehr Schiffbruch aufgrund ihrer Soft Skills und den nonverbalen Signalen. Diese geben dem Personaler das Gefühl, der Betreffende passt vielleicht doch nicht ins Team. Worauf kommt es dabei konkret an? Ausschlaggebend sind hierbei vor allem drei wichtige Phasen im Bewerbungsgespräch….