1.9. Vorstellungsgespräch beenden: Bitte keine Fehler zum Schluss

Das Beste kommt zum Schluss – oder auch nicht. Wie Sie das Vorstellungsgespräch beenden, kann einen bisher positiven Gesamteindruck verstärken. Oder komplett ruinieren. Denn der letzte Eindruck hallt nach. Von Unterhaltungen erinnern wir uns vor allem an den Schluss. Fachleute sprechen auch vom „bleibenden Eindruck„.

Tatsächlich passieren vielen Bewerbern hier entscheidende Fehler. Egal, ob Sie zuvor eine perfekte Selbstpräsentation abgeliefert haben, schwierige Fragen souverän beantwortet oder kluge Rückfragen gestellt haben: Wer am Ende patzt, hinterlässt einen schalen Beigeschmack und Zweifel an der Eignung.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie perfekt das Vorstellungsgespräch beenden können und bei der Verabschiedung eine professionelle Figur abgeben…


Vorstellungsgespräch beenden: So bitte NICHT

Nicht wenige Bewerber reden sich am Ende des Jobinterviews um Kopf und Karriere. Oft sind das überschüssige Adrenalin und die Nervosität schuld, dass man mehr ausplaudert, als einem lieb ist.

Sätze wie die folgenden wirken jedoch selbstzerstörerisch und entlarvend. Gerade noch waren Sie der souveräne Kandidat, eine potenzielle Bestbesetzung. Doch damit schrumpfen Sie zum Nervenbündel:

➠ Ich war heute ganz schön nervös. ➠ Bei der zweiten Frage kam ich richtig ins Schwitzen. ➠ Ich bin sehr froh, dass Sie mich eingeladen haben. ➠ Ist ja gut gelaufen. Aber jetzt bin ich froh, dass es vorbei ist. ➠ Wie stehen meine Chancen eigentlich jetzt so? ➠ Ein Glück habe ich mich mit Karrierebibel.de gut vorbereitet! Auch wenn das Herz noch immer bis zum Hals pocht und Sie am liebsten ins Plaudern kommen wollen: Tun Sie es nicht! Bleiben Sie bis zur letzten Minute Profi. Körperspannung, Blickkontakt, Konzentration – bewahren Sie Haltung, bis Sie das Gebäude verlassen haben.

Bekräftigen Sie lieber noch einmal Ihren Wunsch für das Unternehmen zu arbeiten. Oder bedanken Sie sich für das gute Gespräch und die angenehme Atmosphäre. Ihr Gegenüber muss Sie bis zum Schluss als aufmerksam, motiviert und freundlich wahrnehmen. Durchatmen, entspannen, den Hemdknopf öffnen – das ist erst außer Sichtweite der Personaler, im Auto oder auf der Heimfahrt erlaubt.


Vorstellungsgespräch beenden: So geht es richtig

Gesprächsabschluss und Verabschiedung sollten noch einmal ein Höhepunkt im Vorstellungsgespräch sein. Wie bei jedem Kinofilm braucht es eine Art „Happy End“. Diese Dramaturgie hat enorme psychologische Effekte – und Sie bleiben als Kandidat positiv in Erinnerung.

Deshalb, daher und darum: Die besten Tipps, wie Sie das Vorstellungsgespräch beenden:

  1. Begeisterung zeigen Zeigen Sie noch einmal Ihre Motivation für dieses Unternehmen arbeiten zu wollen. Die Begeisterung über das, was Sie hier und heute erfahren haben, sollte spürbar werden. Kurz: Sie haben richtig Bock auf den Job.

  2. Dankbarkeit ausdrücken Man hat Sie eingeladen, sich für Sie Zeit genommen, auch Ihre Fragen beantwortet. All das sollten Sie am Schluss noch einmal wertschätzen und sich dafür bei Ihren Gesprächspartnern bedanken. Das beweist nicht nur Wertschätzung und Respekt – es zeugt auch von guten Manieren.

  3. Fragen stellen Gemeint sind nicht die obigen Fragen oder klassische Rückfragen zum Job. Am Ende des Vorstellungsgesprächs dürfen Sie – falls es bisher nicht zur Sprache kam – klären, wie es weitergeht. Zum Beispiel wie lange der Auswahlprozess üblicherweise dauert oder wann mit einer Antwort zu rechnen ist. Erlaubte Fragen sind zum Beispiel: ➠ Was wären die nächsten Schritte im Bewerbungsprozess? ➠ Wann kann ich mit einer Antwort von Ihnen rechnen? ➠ Mit wem von Ihnen darf ich bei Rückfragen in Kontakt bleiben? Setzen Sie Ihren Gesprächspartner aber bitte nie unter Druck. Sie erkundigen sich, weil Sie wirklich interessiert sind. Mehr nicht.

  4. Richtig verabschieden Sobald Ihr Gesprächspartner deutlich macht, dass das Vorstellungsgespräch beendet ist, stehen Sie auf, halten Blickkontakt, lächeln und verabschieden sich formvollendet. Bedeutet: Sie geben wieder jedem die Hand (in hierarchischer Reihenfolge) und sagen dazu etwas nettes – idealerweise mit Namensnennung Ihres Gesprächspartners. Zum Beispiel: ➠ „Frau _____, es hat mich gefreut, Sie kennenzulernen.“ ➠ „Herr _____, ich danke Ihnen für die aufschlussreichen Antworten.“ ➠ „Es war mir eine Freude, Frau _____, den positiven Eindruck Ihres Unternehmens bestätigt zu sehen.“

  5. Souverän abgehen Nach der Verabschiedung folgt der Abgang. Hier ist es nochmal entscheidend, dass Sie eine gute Figur machen: Behalten Sie die Körperspannung, sammeln Sie Ihre Unterlagen, Jacke oder Tasche zusammen und verlassen Sie aufrecht und selbstsicher den Raum. Bitte nie hektisch werden. Ruhige Bewegungen und ein durchgestreckter Rücken beweisen buchstäblich Rückgrat und Souveränität. Es ist nicht übertrieben, wenn Sie sich auf dem Weg nach draußen ebenfalls noch von Assistenten, Empfangskräften oder dem Pförtner höflich verabschieden. Die freuen sich darüber und finden vielleicht später freundliche Worte für den ausnehmend sympathischen Bewerber mit Kinderstube. So hinterlassen Sie durchweg einen ebenso positiven wie professionellen Eindruck.

Selbst wenn das Vorstellungsgespräch nicht so gut gelaufen ist, Sie ein paar Mal gepatzt haben oder enttäuscht sind: Lassen Sie sich das nie anmerken, und bleiben Sie bis zum Schluss optimistisch.

Erstens, weil Sie nie wissen, ob die Interviewer nicht vielleicht einen ganz anderen (positiven) Eindruck hatten. Zweitens, weil das gezeigte Selbstbewusstsein etwaige Zweifel zerstreuen kann.


Wie geht es nach dem Vorstellungsgespräch weiter?

Manchmal schicken Unternehmen nicht einmal eine Absage. Sie melden sich gar nicht mehr. „Benching“ heißt das (unhöfliche) Phänomen in der Fachsprache.

Falls Sie nichts mehr von dem Unternehmen hören, dürfen Sie frühestens zwei bis drei Wochen nach dem Jobinterview nachfassen und sich erkundigen, ob es schon eine Entscheidung gibt. Zunächst per Telefon, bei ausbleibendem Feedbac