2.4. Videointerview: Tipps für Bewerber

Aktualisiert: 19. Okt 2020

Bewerber durchlaufen unterschiedliche Auswahlprozesse, bis am Ende hoffentlich die Zusage zum Job steht. Das Videointerview gehört dabei zunehmend zum Repertoire von Unternehmen. Neben klassischen Vorstellungsgesprächen oder einem Assessment Center gehört das Videointerview zwar nicht zu jedem Bewerbungsverfahren, kommt aber auch immer mehr Jobsuchende zu.

Kandidaten stehen vor der Frage: Was kommt im Videointerview auf mich zu? Sie wollen schließlich überzeugen – ob nun im persönlichen Gespräch oder im Videointerview. Die gute Nachricht: Sie brauchen keine Angst vor dem Videointerview zu haben und können dieses gut vorbereiten. Vielen Bewerbern fällt das Videointerview sogar leichter als ein typisches Vorstellungsgespräch

Hier erfahren Sie, was das Videointerview ausmacht, womit Sie bei dieser Form des Gesprächs rechnen müssen und wie Sie im Videointerview den besten Eindruck machen, um dem Job einen großen Schritt näher zu kommen…


Videointerview: Vorstellungsgespräch auf Distanz

Arbeitgeber nutzen die zahlreiche Methoden, um sich ein umfassendes Bild der Bewerber zu machen, am Ende die bestmögliche Auswahl zu treffen und den richtigen Kandidaten auszuwählen.

Bisher noch eher selten wird dabei das Videointerview eingesetzt. Der Trend geht jedoch zunehmend zur digitalen Version eines Gesprächs zwischen Personaler und Bewerber. Bei Ihrer Jobsuche sollten Sie deshalb darauf vorbereitet sein, zu einem Videointerview eingeladen zu werden.


 
Das Videointerview ist ein digitales  Vorstellungsgespräch. Sie sitzen Ihrem Gesprächspartner nicht direkt  gegenüber, sondern führen das Videointerview von Ihrem Computer, Laptop  oder auch Tablet aus.

Manchmal wird das Videointerview in diesem Zusammenhang auch als Videotelefonat oder Videokonferenz bezeichnet, im Zusammenhang mit der Bewerbung macht die Begrifflichkeit jedoch keinen Unterschied.

Videointerviews sind ein Teil der Personalauswahl und gehören zum Bewerbungsprozess. In der Regel finden diese zu einem frühen Zeitpunkt statt und dienen der Vorauswahl, um einen noch großen Pool an Kandidaten weiter auszudünnen. Das Videointerview ist somit eine Hürde, aber noch nicht der letzte Schritt vor einer Zusage. Nach einem erfolgreichen Videointerview werden Sie vermutlich zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Um digital zusammenzufinden, werden Programme wie Skype, Teams, Zoom o.ä. genutzt, die sowohl Bild als auch Ton übertragen.

Sollte ein Videointerview auf Sie zukommen, kommuniziert der Arbeitgeber dies normalerweise bereits früh und offen. Sie werden nicht damit überrascht oder überrumpelt. Sie erhalten eine E-Mail, in der Sie auf das anstehende Videointerview hingewiesen werden und alle notwendigen Informationen erhalten. Dazu zählen der Zeitpunkt des Gesprächs, der Gesprächspartner, mit dem Sie sich unterhalten und die Daten, mit denen Sie sich einloggen, falls diese benötigt werden.


Gründe für ein Videointerview

Oft ist das Videointerview ein normaler Teil des Auswahlprozesses und wird besonders von Unternehmen genutzt, die eine große Anzahl von Bewerbern für eine freie Stelle haben. Es kann aber auch andere Gründe geben, warum Personaler sich für ein Videointerview entscheiden. Häufig wird diese Variante etwa genutzt, wenn eine große räumliche Distanz zwischen Unternehmen und Kandidat liegt. Dies gilt bei Jobs im Ausland, kann aber auch im Inland gelten. Bewirbt sich ein Jobsuchender aus Kiel auf einen Job in München, kann zunächst ein Videointerview durchgeführt werden, bevor im nächsten Schritt die Einladung zum persönlichen Vorstellungsgespräch erfolgt.


Zeitversetztes Videointerview
 Eine Sonderform des Videointerviews ist das sogenannte zeitversetzte  Videointerview. Das besondere daran: Es gibt keinen direkten  Gesprächspartner, es findet kein sofortiger Austausch und Dialog statt.  Im Videointerview treffen Sie auf digitalem Weg auf einen Personaler und  führen ein Gespräch. Das zeitversetzte Videointerview führen Sie  hingegen komplett in Eigenverantworten und sind dabei erst einmal für  sich allein – werden aber natürlich angeleitet, was zu tun ist und was  von Ihnen erwartet wird.
 Für ein zeitversetztes Videointerview loggen Sie sich über einen Link  und ein Passwort ein, die Ihnen im Vorfeld mitgeteilt werden. Auch gibt  es bei dieser Variante keinen festgelegten Zeitpunkt, an dem das  Gespräch stattfindet, sondern einen vorgegebenen Zeitraum –  beispielsweise eine Woche, in der Sie das zeitversetzte Videointerview  führen müssen.
 Das Ganze läuft dann so ab: Nachdem Sie sich eingeloggt haben und mit  dem Interview beginnen, werden Ihnen die Fragen auf dem Monitor  angezeigt. Anders als im persönlichen Gespräch müssen Sie nicht  innerhalb weniger Sekunden antworten, sondern bekommen eine kurze  Vorbereitungszeit, um Ihre Gedanken zu sammeln, eine Antwort zu  überlegen und sich schon einmal Worte zurecht zu legen. Meist bekommen  Sie dafür rund zwei Minuten, die zur Verfügung stehende Zeit wird Ihnen  dabei immer angezeigt.
 Im Anschluss an diese kurze Vorbereitung – oder wenn Sie manuell mit  der Antwort der Frage beginnen – startet eine Videoaufnahme, in der Sie  Ihre Antwort präsentieren, die Punkte vorbringen, die Sie sich überlegt  haben und möglichst auf den Punkt bringen, was Sie für den Job  qualifiziert. Auch diese Phase ist zeitlich begrenzt und endet  automatisch beziehungsweise durch einen Klick auf „Antwort beenden“,  wenn Sie mit Ihrer Antwort nicht die volle Zeitspanne ausschöpfen.
 Auf diese Weise werden Sie durch die verschiedenen Fragen des  Videointerviews geführt. Der Personaler kann sich diese dann  zeitversetzt – daher auch der Name der Technik – ansehen, mit anderen  Kandidaten vergleichen und sich ein besseres Bild als durch rein  schriftliche Unterlagen machen. Ob und wie es für Sie im  Auswahlverfahren weitergeht, erfahren Sie wie bei anderen Methoden im  Bewerbungsprozess zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die  Personalabteilung ihre Entscheidungen getroffen hat. 

Videointerview vorbereiten

Um im Videointerview überzeugen zu können, sollten Sie die Vorbereitung genauso ernst nehmen wie für ein persönliches Vorstellungsgespräch. Am Ende macht es keinen Unterschied, ob Sie ein direktes Gespräch, ein normales oder zeitversetztes Videointerview führen – Sie müssen mit Ihrem Auftreten und den Antworten punkten, unabhängig vom