2.5. Telefoninterview: Vorbereitung, Tipps und typische Fragen

Aktualisiert: 19. Okt 2020

Immer mehr Unternehmen setzen im Bewerbungsprozess auf das Telefoninterview. Meist als Vorstufe zum Vorstellungsgespräch und erste Vorauswahl der Kandidaten.

Als Bewerber sollten Sie also damit rechnen, eine Einladung zum telefonischen Vorstellungsgespräch zu erhalten. Das ist zwar ein gutes Zeichen – Ihre Bewerbung hat offensichtlich gefallen -, stellt aber eine neue Herausforderung dar. Am Telefon zu überzeugen, ist etwas anderes als im persönlichen Gespräch.

Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie das Telefoninterview meistern, wie es abläuft, welche Fragen dabei auf Sie zukommen und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten…


Warum Telefoninterview statt Vorstellungsgespräch?

Das Telefoninterview im Bewerbungsprozess erfreut sich wachsender Beliebtheit. Die Gründe dafür sind wirtschaftlich und organisatorisch: Telefoninterviews sparen Geld und Zeit. Für Personaler ist es kaum möglich, persönliche Vorstellungsgespräche mit allen interessanten Kandidaten zu führen, die sich aus den Bewerbungsunterlagen ergeben. Dies würde zu lange dauern. Durch die vielen Anreisen entstünden zudem große Kosten.

Telefoninterview: Vorteile und Nachteile

Auch für die Bewerber selbst haben Telefoninterviews einige Vorteile. Ein paar Nachteile gibt es allerdings ebenfalls…

Vorteile + Zeit- und Kostenersparnis + Keine Anreise + Nervosität bleibt unsichtbar + Kleidung ist unwichtig + Spickzettel möglich Nachteile – Mimik und Körpersprache können nicht unterstützen – Stimme bekommt mehr Gewicht – Eloquenz wird ausschlaggebend


Wann findet das Telefoninterview statt?

Üblicherweise schicken Unternehmen eine Ankündigung und Einladung zum Telefoninterview per E-Mail. Vereinzelt setzen Personaler aber auch auf ein Überraschungsmoment und rufen ohne vorherige Terminankündigung bei Bewerbern an.

In dieser Situation liegt es an Ihnen, ob Sie sich darauf einlassen. Sind Sie vorbereitet, fühlen Sie sich der Herausforderung gewachsen und haben Zeit für ein spontanes Telefoninterview? Dann lassen Sie sich auf das Telefonat ein und stellen so Ihre Kompetenz und Selbstsicherheit unter Beweis.

Sie können das „Überfall-Interview“ aber auch ablehnen. Ohne lange Rechtfertigungen. Entschuldigen Sie sich kurz, dass Sie gerade keine Zeit oder einen anderen Termin haben. Schlagen Sie zugleich vor, zeitnah einen neuen Termin für das Telefoninterview zu vereinbaren und fragen Sie nach, wie lange das Gespräch voraussichtlich dauern wird. So können Sie ausreichend Zeit dafür reservieren.

Die Dauer verrät Ihnen zudem etwas darüber, was Sie im Gespräch erwartet:

  • Bei einem 20-minütigen Telefoninterview geht es meist nur um ein paar Basisinformationen zu Ihrer Person, ein paar Rückfragen zum Lebenslauf, eventuelle Lücken, die geklärt werden sollen.

  • Dauert das Gespräch bis zu einer Stunde, sollten Sie mit tiefergehenden Fragen rechnen und sich wie auf ein umfassendes Vorstellungsgespräch vorbereiten. Mit Fragen zu Ihrer Persönlichkeit, zu Ihren Plänen und Zielen, eigenen Rückfragen.


Wie lange dauert ein Telefoninterview?

Vorstellungsgespräche dauern in der Regel zwischen 45 und 60 Minuten. Das ist der Standard. Ein Telefoninterview ist meist kürzer – bis zu 30 Minuten sind hierbei die Regel.

Dient es der Vorauswahl werden dann vor allem offene Fragen zu den Bewerbungsunterlagen geklärt. Dazu zählen zum Beispiel Lücken im Lebenslauf, die erklärungsbedürftig sind. Ebenso Phasen der Arbeitslosigkeit. Es werden zuweilen auch Praktika thematisiert oder falls Sie längere Zeit im Ausland waren auch das.

Entscheidend ist immer, was Sie in dieser Zeit gemacht haben, ob Sie aktiv waren, Kenntnisse und Kompetenzen erweitert haben. All das bringt Pluspunkte.


Wird man bei einem Telefoninterview angerufen?

In der Regel ruft der einladende Arbeitgeber den Bewerber an. Die Frage „Wer ruft an beim Telefoninterview?“ klärt sich bereits mit der Einladung.

Klassischerweise erhalten interessante Kandidaten auf Ihre Bewerbung eine Einladung zum Telefoninterview. Oder zumindest ein paar Terminvorschläge, die sie per Mail oder telefonisch bestätigen sollen.

Für die Antwort und Bestätigung reicht schon ein kurzer Zweizeiler:

Sehr geehrter Frau Mustermann vielen Dank für die Einladung zum Telefoninterview. Gerne bestätige ich Ihnen den Termin am TT.MM.JJJJ um 00 Uhr. Meine Nummer, unter der Sie mich an dem Tag erreichen, lautet: 0123 – 467890. Ich freue mich, auf unser Gespräch. Mit freundlichen Grüßen

Gibt es gute Gründe, weshalb Sie den vorgeschlagenen Termin nicht wahrnehmen können, dürfen Sie Ihrerseits alternative Termine vorschlagen. Auf diesem Weg werden zugleich Telefonnummern ausgetauscht. Für den Fall, dass eine Verbindung abreißt, könnten Sie also