2.6. Vorstellungsgespräch Fragen: Die 100 häufigsten

„Warum sollten wir Sie einstellen?“ – Mit solchen Vorstellungsgespräch Fragen sollten Sie rechnen. Sie klingen oft gemeiner als sie gemeint sind.

Im Vorstellungsgespräch geht es darum, sich besser kennenzulernen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die fachlichen Qualifikationen stimmen (sonst hätte man Sie gar nicht erst eingeladen). Nun wollen Personaler mit typischen Fragen im Vorstellungsgespräch herausfinden, ob der bisherige Eindruck vom Bewerber stimmt. Mehr aber noch zählen jetzt die Chemie, die Persönlichkeit, die Soft Skills.

Sie als Bewerber wiederum sollten prüfen, ob die Stelle und die Unternehmenskultur zu Ihnen passen. Gute Vorbereitung ist daher unerlässlich für das Vorstellungsgespräch. Vor allem, um bei den verschiedenen Fragen nicht ins Stocken zu geraten. Damit Sie wissen, was auf Sie zukommen kann, stellen wir Ihnen die 100 häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch vor und erklären, worauf es bei der Antwort ankommt…


Vorstellungsgespräch Fragen: Gute Vorbereitung

Die Fragen, die im Bewerbungsgespräch vorkommen können, sind vielfältig und teils überraschend:

  • Wie viele Klavierstimmer gibt es in Chicago?

  • Wie motivieren Sie sich?

  • Weshalb sollten gerade wir Sie einstellen?

Solche unterschiedlichen Fragetypen sind beliebt und kommen immer wieder im Vorstellungsgespräch vor.

Personaler wollen Sie damit kennenlernen – oder aus der Reserve locken. Nicht zuletzt, wenn Sie merken, dass Ihre Antworten einstudiert sind. Dann möchte man mit solchen Fragen hinter die Fassade blicken; sehen, wie Sie auf Stress reagieren; die Persönlichkeit kennenlernen und eben herausfinden, ob Sie ins Team und auf die freie Stelle passen.


Um Personaler zu überzeugen, geht es im Wesentlichen um diese Aspekte:


Fachliche Qualifikation

Zwar liegt Ihr Lebenslauf vor, aber Papier ist geduldig. Meist wird im Vorstellungsgespräch etwas genauer auf den Zahn gefühlt, ob der Kandidat tatsächlich den Anforderungen aus der Stellenanzeige gerecht wird. Manche Unternehmen klären in sogenannten Einstellungstests zusätzlich Intelligenz und Qualifikationen. ➠ Mehr dazu: Qualifikationen in der Bewerbung


Soziale Kompetenz

Entscheidend für die spätere Zusammenarbeit ist, ob die Chemie stimmt. Dauerhaft passt ein Bewerber nur dann zum Unternehmen, wenn er zu einem angenehmen Betriebsklima beiträgt. Also beispielsweise mit Konflikten konstruktiv umgeht (Soft Skills). Wichtig auch, welche Werte jemand vertritt: Sitzt hier ein Bewerber, der bei nächster Gelegenheit abspringt und das Unternehmen nur als Sprungbrett benutzt?


Selbstmotivation

Arbeitgeber wollen im Vorstellungsgespräch vom Bewerber auch wissen, wie er sich selbst motiviert, was ihn antreibt. Gibt es eine Begeisterung fürs Thema, für das Produkt? Dann kann eher mit einer intrinsischen Motivation gerechnet werden. Die wiederum ist entscheidend dafür, dass sich jemand mit dem Unternehmen identifiziert und sich entsprechend einbringt.


Karrierepläne

Verwandt dazu sind Fragen im Vorstellungsgespräch zu den beruflichen Zielen. Welche Ambitionen hat ein Mitarbeiter? Welche Ideen? Personaler bekommen so eine Idee davon, wie engagiert und ehrgeizig ein Kandidat ist. Das kann natürlich auch nach hinten losgehen: Wenn jemand zu selbstbewusst auf einen Posten spekuliert, der längst besetzt ist und nicht in absehbarer Zeit frei wird, könnte er bald frustriert sein und kündigen.


Für Sie bedeutet das:

Zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch sollten Sie nicht nur Informationen rund um das Unternehmen und Ihren möglichen Arbeitsplatz sammeln, sondern sich auch auf mögliche Fragen einstellen, die Ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit gestellt werden. Natürlich weiß niemand genau, mit welchen Fragen Sie im Vorstellungsgespräch rechnen müssen. Es gibt aber viele typische und beliebte Fragen bei Personalern, die immer wieder gestellt werden. Zu wissen, was ungefähr auf Sie zukommen kann, gibt Ihnen mehr Sicherheit. Das hilft, im Gespräch besser zu reagieren und gute Antworten zu geben, die Ihre Gesprächspartner überzeugen.

Tipps für klassische Fragen im Vorstellungsgespräch Es gibt Fragen, die werden schätzungsweise in jedem zweiten Jobinterview gestellt. Deshalb haben wir dazu ausführliche Artikel erstellt – mit passenden Antworten und Reaktion. Diese können Sie zur Vorbereitung und Vertiefung gerne nutzen: ➠ Warum sollten wir Sie einstellen? ➠ Warum sind Sie besser als andere? ➠ Haben Sie sich woanders beworben? ➠ Wie hoch war Ihr letztes Gehalt? ➠ Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? ➠ Was war Ihre Lieblingsaufgabe? ➠ Was treibt Sie an? ➠ Was ist Ihre Motivation? ➠ Wie stehen Sie zu Überstunden? ➠ Was lesen Sie gerade?

Machen Sie aber bitte nicht den Fehler, komplette Antworten auswendig zu lernen und diese nur noch abzuspulen. Das wirkt immer hölzern, mechanisch und unglaubwürdig. Besser ist es, die Vorstellungsgespräch Fragen zu kennen und darauf eingestellt zu sein, aber keine ganzen Sätze oder vorgefertigte Phrasen herunterzubeten. Es reicht vollkommen aus, wenn Sie sich im Vorfeld mit den verschiedenen Fragen beschäftigen, darüber nachdenken und sich bewusst sind, auf welche Arten von Fragen Sie wie reagieren.


Fragenkatalog: 100 typische Fragen

Die folgende Auswahl listet mehr als 100 typische Fragen im Vorstellungsgespräch auf, die so natürlich nie alle auf einmal gestellt werden und die Sie auch nicht akribisch samt dazugehöriger Antwort auswendig lernen sollten. Das wäre übertrieben.

Viele der Vorstellungsgespräch Fragen liefern aber gute Denkanstöße – nicht nur, um sich auf das Bewerbungsgespräch einzustimmen, sondern um im Vorfeld zu prüfen, warum Sie den Job überhaupt wollen oder ob Ihre beruflichen und persönlichen Qualifikationen zur angestrebten Position passen.

Zu den 100 typischen Fragen aus dem Vorstellungsgespräch geben wir Ihnen zudem noch Tipps zu möglichen Antworten, die Ihnen bei der Vorbereitung helfen können…

Gesprächsöffner

Beispielfrage:

Warum möchten Sie diesen Job?

So können Sie darauf antworten:

Nach ein wenig Smalltalk am Anfang startet die erste Phase im Vorstellungsgespräch mit der sogenannten Selbstpräsentation.

Sie wird durch eine Frage oder Aufforderung eingeleitet. Anschließend sollen Sie in drei bis fünf Minuten die wichtigsten Informationen über sich zusammenfassen. Neben wichtigsten Fakten zu Ihrer Person sollten Sie kurz auf Ihren beruflichen Werdegang eingehen. Perfekt dafür geeignet ist eine Struktur aus drei Schritten:

„Ich bin… Ich kann… Ich will…“

Nach diesem Muster behalten Sie einen roten Faden für die Antwort und kommen schnell zum Punkt. Wichtig ist, am Ende noch einen Blick in die Zukunft zu werfen – auf Ihre Ziele beim angestrebten Arbeitgeber. Und den Einsatz Ihrer Qualifikationen in der erhofften Position.

Übrigens: Laut Studien um Ayelet Fishbach von der Booth School of Business beeindruckt Personaler nicht etwa besonders großer Ehrgeiz. Hier vermuten viele eher einen Sprücheklopfer. Wer den Job oft bekam, waren Bewerber mit hoher Eigenmotivation. Also jene Kandidaten, die erklären konnten, warum ihnen der Job in spe so am Herzen liegt.

Weitere Fragen als Gesprächsöffner:

  • Erzählen Sie etwas über sich…

  • Warum sollten wir Sie einstellen?

  • Was können Sie für uns tun, was andere nicht können?

Fragen zur Bewerbungsmotivation

Beispielfrage:

Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem Job?

So können Sie darauf antworten:

Unternehmen suchen nach engagierten Mitarbeitern, die sich für den Erfolg der Firma einsetzen und mit Begeisterung ihrem Job nachgehen. Viele Personaler fragen deshalb genauer bei der sogenannten „Bewerbungsmotivation“ nach. Im Kern geht es hierbei um die Frage:

„Wieso haben Sie sich (ausgerechnet) bei uns beworben?“

Recruiting ist mit hohen Kosten verbunden. Personalern suchen daher nach Mitarbeiter, die für den Job brennen und langfristig Teil des Unternehmens bleiben wollen. Entsprechend überzeugend sollten Sie hier Ihre Motivation zum Ausdruck bringen.

Je glaubwürdiger Sie Ihre Motivation erklären können, desto größer Ihre Chancen.

Weitere Fragen zur Bewerbungsmotivation:

  • Warum haben Sie noch keine neue Stelle gefunden?

  • Warum wollen Sie Ihren bisherigen Job aufgeben?

  • Was haben Sie an Ihrem vergangenen Job überhaupt nicht gemocht?

  • Was werden Sie an Ihrem jetzigen/letzten Job am meisten vermissen?

  • Was denken Sie über Ihren letzten Chef?

  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?

  • Was wissen Sie über unsere Branche?

  • Was haben Sie vorher verdient?

  • Welches Gehalt stellen Sie sich vor?

  • Wie lange würde es dauern, bis Sie bei uns einen signifikanten Beitrag leisten?

  • Wären Sie bereit, umzuziehen?

  • Haben Sie auch Fragen an mich?

  • Wenn Sie jemanden für den Job befragen würden, worauf achten Sie?

Fragen zu Persönlichkeit, Stärken & Schwächen

Beispielfrage:

Was sind Ihre Schwächen?

So können Sie darauf antworten:

Die Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch wird von Bewerbern ebenso gehasst wie gefürchtet. Natürlich kann man versuchen, die Frage nach den Schwächen so zu beantworten, indem man sie nicht beantwortet – durch ausweichen, drumherum- oder schönreden. Sollten Sie aber nicht!

Studien zeigen: Wer auf die Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch wahrheitsgemäß antwortet und mit den Defiziten konstruktiv umgeht, steigert seine Chancen auf den Job um das Fünffache


Weitere Fragen zur Persönlichkeit sowie Stärken/Schwächen:

  • Nennen Sie 3 positive Dinge, die Ihr ehemaliger Chef über Sie sagen würde.

  • Und was würde er Negatives über Sie sagen?

  • Was sind Ihre Stärken?

  • Geben Sie mir ein paar Beispiele von Ideen, die Sie umgesetzt haben.

  • Was ist Ihr größter Fehler – und was haben Sie daraus gelernt?

  • Welche drei positiven Charaktereigenschaften fehlen Ihnen?

  • Wovor haben Sie am meisten Angst?

  • Wann haben Sie Unterdurchschnittliches geleistet und was?

  • Was irritiert Sie am meisten an anderen Menschen und wie gehen Sie damit um?

  • Was sollte ich über Sie unbedingt wissen?

  • Wo möchten Sie in fünf Jahren stehen?

  • Wohin möchten Sie sich in Ihrer Karriere entwickeln?

  • Was ist Ihr größter Erfolg, den Sie außerhalb Ihres Berufs erreicht haben?

  • Was sind Ihre großen Lebensträume?

Fragen zur Arbeitsweise

Beispielfrage:

Wie würden Sie Ihren Arbeitsstil beschreiben?

So können Sie darauf antworten:

Jeder arbeitet anders. Im Team muss es aber dennoch zusammenpassen, um gemeinsam Projekte zum Erfolg zu führen und die besten Ergebnisse zu erzielen. Fünf Einzelgänger, die am besten alleine funktionieren und nur schwer Kompromisse finden, lassen sich kaum zu einem erfolgreichen Team kombinieren.

Punkte sammeln Sie bei dieser Frage im Vorstellungsgespräch, indem Sie Ihre Arbeitsweise entsprechend der Position beschreiben: Wird Teamarbeit groß geschrieben? Dann beschreiben Sie sich als kooperativ. Sind klare Anweisungen und Verantwortungen gefragt? Dann gehen Sie darauf ein.

Versprechen Sie aber nicht das Blaue vom Himmel. Wenn Ihre tatsächliche Arbeitsweise das nicht halten kann, fällt das spätestens in der Probezeit auf. Damit tun Sie weder sich noch dem Unternehmen einen Gefallen.

Weitere Fragen zur Arbeitsweise:

  • Wie motivieren Sie sich?

  • Was war das letzte Projekt, an dem Sie gearbeitet haben?

  • Was war das Ergebnis dieses Projekts?

  • Welche Techniken oder Werkzeuge nutzen Sie, um sich selbst zu organisieren?

  • Was tun Sie wenn Sie wüssten, dass Sie Ihre Tagesaufgaben unmöglich alle schaffen können?

  • Wie stellen Sie Ihre Vertrauenswürdigkeit im neuen Team unter Beweis?

  • Wie fühlen Sie sich, wenn Sie ein „Nein“ als Antwort erhalten?

  • Wie haben das letzte Mal einen Kollegen kritisiert?

  • Wie reagieren Sie, wenn sich jemand im Team auf der Arbeit anderer ausruht?

  • Wie gehen Sie mit Veränderungen um?

  • Welche Aufgabe war für Sie zu schwer und wie haben Sie das Problem gelöst?

  • Was werden Sie in den ersten 30 Tagen dieses Jobs unternehmen?

Fragen zum Fitting und zur Chemie

Beispielfrage:

Was hat Sie an diesem Unternehmen interessiert?

So können Sie darauf antworten:

Neben der Arbeitsweise müssen Sie auch als Person zum Arbeitgeber passen. Bei solchen „Kulturfragen“ im Vorstellungsgespräch geht es Personalern darum, ein vollständiges Bild von Ihnen zu erhalten. So soll der Eindruck abgerundet und eine fundierte Entscheidung getroffen werden.

Antworten Sie hierauf mit Gemeinsamkeiten in der Unternehmenskultur: Ist der Arbeitgeber zukunftsorientiert wie Sie? Geht es ihm um den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen? Oder begeistert Sie Forschung und Entwicklung ebenso wie die jüngsten Innovationen des Unternehmens?

Idealerweise recherchieren Sie vorab über den Arbeitgeber, um Ihre Antwort gut begründen zu können.

Weitere Kulturfragen:

  • Für was waren Sie in Ihrem alten Job verantwortlich?

  • Wie sieht das ideale Unternehmen für Sie aus?

  • Was wäre für Sie eine ideale Arbeitssituation?

  • Wann waren Sie in Ihrem Job am meisten zufrieden?

  • Welche Kultur reizt Sie mehr – strukturiert oder unternehmerisch?

  • Was trifft mehr auf Sie zu: Sie sind detailorientiert – Sie sind visionär?

  • Was ist besser: Sollte ein Chef geliebt oder gefürchtet werden?

  • Was sind die zentralen Eigenschaften einer guten Führungskraft?

  • Und einer schlechten?

  • Was ist der Unterschied zwischen gut und außergewöhnlich?

  • Welche Konflikte haben Sie in Ihren bisherigen Jobs schon erlebt?