3.5. Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? – 5 clevere Antworten

Jetzt mal Tacheles: „Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?“ Die Frage gehört zu den Klassikern im Bewerbungsgespräch. Trotzdem dürfte jedem klar sein: Kein Personaler erwartet hier eine exakte Beschreibung dessen, was Sie tatsächlich in fünf Jahren beruflich machen werden.

Die Antwort kann nur Mutmaßung sein, Ausdruck einer stillen Hoffnung – oder eines größeren Karriereplans.

Wir verraten Ihnen hier, warum Personaler diese Frage im Vorstellungsgespräch überhaupt stellen, was dahinter steckt und geben Ihnen konkrete Tipps, Beispiele und Formulierungen, wie Sie darauf überzeugend und professionell antworten…


Warum die Frage: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

Personaler stellen die Bewerberfrage, weil sie etwas über Ihre Karriereziele erfahren wollen und ob die aktuelle Position, auf die Sie sich bewerben, in diesen beruflichen Masterplan passt.

Konkret stecken hinter der Frage „Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?“ stets drei Motive:

  1. Was sind Ihre Ziele? Zielstrebigkeit ist ein starkes Indiz für künftige Leistungsträger. Zudem sind Kandidaten, die konkrete Ziele verfolgen, fokussierter und motivierter.

  2. Passen Sie zum Unternehmen? Ihre geplante Entwicklung sollte sich mit den Zielen des Unternehmens decken. Je größer die Schnittmenge, desto vielversprechender und harmonischer ist die Zusammenarbeit.

  3. Wollen Sie sich langfristig binden? Natürlich möchte jeder Personaler vermeiden, die Stelle in zwei bis drei Jahren schon wieder neu besetzen zu müssen. Jobhopper und Opportunisten, die nur aufs Gehalt schielen, kommen dafür nicht infrage.

Zwar sollte Ihr Karriereplan nie wie ein betoniertes Manifest klingen. Etwas Flexibilität und Entwicklungsfreiheiten sollten zu erkennen bleiben. Aber Personalentscheider wollen bei der Frage auch sehen, in welche Richtung es bei Ihnen geht: Streben Sie zum Beispiel eher Fachkarriere an oder eine Führungskarriere?

Insbesondere WIE Sie Ihre berufliche Entwicklung betrachten, ob Sie Ihre Karriere aktiv gestalten oder eher hoffen, dass sie sich irgendwie ergibt, interessiert Personaler.

Es geht darum Mitarbeiter zu finden, die einerseits von sich aus („intrinsisch„) motiviert sind, die aber auch langfristig bei ihrem Arbeitgeber zufrieden sind und deshalb lange bleiben.

Bitte nie spontan antworten!

Zu der Bewerberfrage „Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?“ gibt es inzwischen zahlreiche Variationen, die zum Teil ähnlich klingen:

  • Was sind Ihre langfristigen Karriereziele?

  • Wie definieren Sie Erfolg?

  • Was sind Ihre langfristigen Ziele?

  • Wie sieht der perfekte Job für Sie aus?

  • Wo möchten Sie in 3 Jahren stehen?

  • Wo möchten Sie in 10 Jahren stehen?

Egal, welche Frage Sie davon gestellt bekommen: Letztlich geht es dabei immer um Ihre Berufsperspektive, Ihre Motivation und potenzielle Loyalität.

Eben weil die Frage so simpel klingt, ist die Versuchung groß, hierauf spontan und locker von der Leber weg zu antworten. Vor allem ehrlich… Riesenfehler!

Die Bewerbefrage, wo Sie sich in 5 Jahren sehen, ist tricky und kann zum Jobkiller werden. Wer bei der Antwort nur die eigene Perspektive und Laufbahn im Sinn hat, verspielt zahlreiche Chancen. Die Dosis macht auch hier das Gift: Zu viel Offenheit und Ehrlichkeit – und Sie sind raus.


Sprechen Sie über Entwicklungsziele

Betrachten Sie die Frage aus der Perspektive des Personalers: Der möchte jemanden einstellen, der kompetent und talentiert ist, aber auch richtig heiß auf diesen Job. Jemand, der die ausgeschriebene Stelle als echten Karriereschritt und Chance für sich empfindet und sich entsprechend reinhängt. Auch in fünf Jahren noch.

Jede Antwort, die verdächtig nach Zwischenschritt, Zwischenlösung oder gar Kompromiss klingt, kickt Sie ins Aus. Vielleicht haben Sie bereits erklärt, warum Sie diesen Job wollen und was Sie daran so interessant und herausfordernd finden. Doch es muss sich eben einreihen in Ihren langfristigen Masterplan, sonst mutiert die angeblichen Motivation ganz schnell zur Mär.

Die perfekte Antwort auf die Frage besteht immer aus diesen vier Elementen:

  • Entwicklung Fünf Jahre sind eine lange Zeit. Niemand kann wissen, was dabei passiert. Sicher ist aber, dass Sie sich dabei weiterentwickeln können. Persönlich und fachlich. Wer zeigt, dass sein Denken auf Entwicklungskurs ausgerichtet ist, punktet.

  • Perspektive Ein Fünfjahresplan ist beinhaltet schon einen weiten Blick in die Zukunft. Ihre Ziele und Entwicklungsstufen sollten nach fünf Jahren aber nicht sofort an Grenzen stoßen. Sonst suggerieren Sie einen künftigen Jobwechsel. Zeigen Sie lieber, dass Ihre Motivation langfristig besteht. Und dass Sie damit rechnen, ein paar Jahren mehr im Unternehmen zu bleiben. Ihre Interessen und beruflichen Ziele sollten so ausgelegt sein, dass Sie sich MIT und IN dem Unternehmen entwickeln.

  • Übereinstimmung Informieren Sie sich über die Historie, Werte und Ziele des Unternehmens. Handelt es sich um einen besonders familienfreundlichen, sozial engagierten oder international expandierenden Arbeitgeber? Je stärker sich Ihre Vorstellungen damit decken, desto überzeugender werden Ihre Antworten wirken. Nur bitte nichts konstruieren oder lügen. Das durchschauen geübte Personaler sofort.

  • Freude Zeigen Sie bei der Bewerberfrage ruhig ein bisschen Enthusiasmus für den aktuell angebotenen Job – weil dieser Sie einen wichtigen Schritt weiter bringt. Demonstrieren Sie den festen Willen, die vor Ihnen liegenden Herausforderungen unbedingt meistern zu wollen. Es ist bitte nicht nur der „Fuß in der Tür“.

Kaum ein Personaler stellt jemanden ein, der indirekt zugibt, in fünf Jahren einen anderen Job bei einem anderen Unternehmen machen zu wollen. Ein anderer Job geht vielleicht noch – Sie wollen sich schließlich entwickeln. Aber der jetzt angestrebte sollte dabei eine zentrale und vor allem andere Rolle spielen, als die des Steigbügelhalters.

Ganz ehrlich: Es hilft auch nicht gerade der Karriere des Personalers, wenn der alle paar Jahre dieselbe Stelle neu besetzen muss, weil seine vielversprechenden Talente ständig abspringen und kündigen.


TIPP: Nie zu konkret antworten
 Bleiben Sie stets generell. Die Antwort sollte so allgemein und  interpretierbar bleiben, dass Sie sich weitere Optionen offen halten.  Wer zu spezifisch wird, verkleinert die potenzielle Schnittmenge mit den  Vorstellungen des Arbeitgebers. Bleiben Sie hingegen hier und da  nebulös, können Sie auf kritische Nachfr