Berufschancen von morgen: Diese Fähigkeiten brauchen Sie

Prognosen sind schwierig – vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Das gilt auch für die Entwicklung der Arbeitswelt und die sich kontinuierlich verändernden Anforderungen, mit denen Arbeitnehmer konfrontiert sind. Wir wagen eine Prognose.


Für einige Berufe sind die Perspektiven düster, für andere dagegen vielversprechend. Wir stellen Ihnen Sieger und Verlierer vor – und sagen Ihnen, welche zehn Skills Sie in der Arbeitswelt von morgen brauchen werden.


Wandel der Berufschancen

Eine Prognose: Die Halbwertszeit des eigenen Skill-Sets wird aufgrund des technologischen Fortschritts immer kürzer. Wissen, das heute für Sie im Job unentbehrlich ist, kann schon morgen nichts mehr wert sein. Ein Drittel der erforderlichen Skills werde aus Fähigkeit bestehen, die heute noch keineswegs wesentlich sind. Als Beispiel könnte man hier den Siegeszug der Smartphones heranziehen. So hat das mobile Internet Arbeitsprozesse, Anforderungen, die Arbeitswelt insgesamt – zum Teil jedenfalls – schon völlig umgekrempelt, in Medien und Marketing zum Beispiel. Eine ähnliche Entwicklung könnte uns auch in anderer Hinsicht ins Haus stehen, wenn man an die Sammelbegriffe Big Data, Internet of Things und den Energiewandel denkt.

Eingestellt haben sich die Unternemen darauf noch nicht. Nur rund die Hälfte der Unternehmer glauben, dass ihr Unternehmen auf den bevorstehenden Wandel gut vorbereitet ist. Die meisten wissen schlicht nicht, wie sich ihre Industrie entwickelt, ob und wie sie der Disruption zum Opfer fällt, auch stehen kurzfristige Profiterwartungen einer langfristigen Strategie vielerorts im Weg.

Unternehmen können nicht länger „die passiven Konsumenten von fertig ausgebildetem Humankapital sein“. Sie müssen selbst in die Aus- und Weiterbildung ihrer Belegschaft investieren.


Arbeitswelt von morgen: Die Prognosen

  • Arbeitsplätze Während das eine Lager im Zuge der sogenannten Vierten Industriellen Revolution von massiven Jobverlusten ausgeht, glaubt das andere fest daran, dass diese Jobs durch neue ersetzt werden können – so wie es in der Vergangenheit schon häufig der Fall war.

  • Industrien Zwei Drittel der zu erwarteten Jobverluste wird es in den so genannten White-Collar-Jobs, in Routine-, Büro- und administrativen Tätigkeiten geben. Neue Stellen entstehen dagegen insbesondere für Informatiker, Mathematiker, Architekten, Ingenieure. Auch in der für Deutschland so wichtigen Produktion ist ein Rückgang zu erwarten. Aber: Es gibt ein großes Potenzial darin, speziell Industriearbeiter weiterzubilden, umzufunktionieren, upzugraden sozusagen, damit sie der technolgische Fortschritt nicht ersetzt, sondern ergänzt.

  • Skills Der War of Talent wird schon in den kommenden Jahren härter, vor allem in den ingenieurwissenschaftlichen, technischen und IT-Berufen. Soft Skills, wie emotionale Intelligenz und Überzeugungskraft verlieren dadurch aber nicht an Bedeutung. Im Gegenteil: Menschen, die Produkte und Ideen verkaufen – oder anderen etwas kompetent beibringen und erklären können, Verkäufer und Lehrer, sind gut aufgestellt. Das gilt eben auch für die technischen Berufe, da die Notwendigkeit zur Interaktion und Kollaboration auch hier wächst.

  • Zukunftsjobs Betrachten wir zwei Berufsbilder, für die die Nachfrage anziehen wird. Da sind die Data Analysts, die aus dem gigantischen Datenvolumen für die Unternehmen wichtige Erkenntnisse ziehen sollen. Und spezialisierte Verkäufer und Vertriebler, die in der Lage sind, den Kunden komplexe technologische Innovationen näherzubringen und neue Käuferschichten zu erschließen. Zudem werden Manager für so unterschiedliche Branchen wie Medien und Energie gebraucht, die den Wandel insgesamt begleiten können.


Entwicklung der Berufschancen

Diese 6 Faktoren werden die berufliche Entwicklung in den nächsten jahren nachhaltig prägen:

  1. Hohe Lebenserwartung – Die steigende Lebenserwartung der Menschen wird nicht nur einen anderen Umgang mit Arbeit, sondern auch ganz neue Dienstleistungen und Produkte möglich und nötig machen.

  2. Smart Systems – Smarpthones, Wearables und Technologien wie beispielsweise Augmented Reality verändern den Umgang mit und den Einsatz von Technologie und damit auch die Arbeitsweise.

  3. Computer und Sensoren – Durch den verstärkten Einsatz von Sensoren und der Erfassung unzähliger Daten können künftig Zusammenhänge und Entwicklungen wahrgenommen werden, die bisher unbemerkt blieben.

  4. Neue Kommunikationswege – Neue Kommunikationswege werden die heute noch üblichen textbasierten Systeme ablösen. Optisch orientierte Kommunikationssysteme werden beispielsweise eine wichtigere Rolle spielen und die Zusammenarbeit verändern.

  5. Neue Organisationsformen – Soziale Netzwerke – in- und außerhalb von Unternehmen – sowie wachsende Unternehmensstrukturen machen völlig neue Organisationsformen möglich und nötig. Diese wirken sich natürlich auch auf die Arbeitsbedingungen aus.

  6. Globale Vernetzung – Die wachsende Vernetzung vereinfacht einerseits Kommunikation und Zusammenarbeit, macht andererseits jedoch den Umgang mit einer enormen Daten- und Informationsflut erforderlich. Veränderungen, auf die sich Arbeitnehmer einstellen müssen.


Diese sechs Entwicklungen und Faktoren haben allesamt Einfluss auf die Arbeitswelt und die Arbeitsbedingungen, die Arbeitnehmer künftig vorfinden werden. Um in diesem neuen Arbeitsklima zu bestehen sind natürlich auch neue Skills erforderlich.


Die schlechte Nachricht: Nicht alle Arbeitnehmer werden sich an die neuen Anforderungen anpassen können.

Die gute Nachricht: Viele der im Folgenden beschriebenen Skills sind bereits heute bis zu einem gewissen Grad und die viel beschworenen Generationen Y und Z bringen einen großen Teil der Fähigkeiten bereits mit.


Die TOP10 Skills für Arbeitnehmer

Das die 10 wichtigsten Fähigkeiten, die Beschäftigte in den nächsten Jahren benötigen:

  • Lösen komplexer Probleme

  • Kritisches Denken

  • Kreativität

  • Personalmanagement

  • Teamkoordination

  • Emotionale Intelligenz

  • Urteils- und Entscheidungsfähigkeit

  • Dienstleistungsmentalität

  • Verhandlungsgeschick

  • Flexibilität im Denken


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