Feierabend: Die besten Tipps zur Erholung

Wie machen Sie Feierabend? Raus aus dem Büro, rein in die Jogginghose? Halten Sie noch ein Schwätzchen mit den Kollegen? Oder merken Sie gar nicht, dass Feierabend ist?

Wie wird den Arbeitstag ausklingen lassen, zu Hause ankommen und die Freizeit nutzen, entscheidet viel darüber, wie gut wir uns erholen und wie leistungsfähig wir am nächsten Tag sind.

Klingt simpel. Studien zufolge machen aber immer weniger Arbeitnehmer einen wirklichen Feierabend – mit dramatischen Folgen. Wir zeigen Ihnen hier, warum der Feierabend eine Notwendigkeit ist und wie Sie den perfekten Feierabend einläuten und genießen können. Dazu gibt es viele Tipps und Anregungen zur Erholung…


Schönen Feierabend: Wortherkunft und Bedeutung

Der Begriff „Feierabend“ geht auf das spätmittelhochdeutsche Wort „vīrabent“ zurück. Es bezeichnete ursprünglich den Vorabend eines Feiertages oder Festtages. Viele Handwerker haben ihre Arbeit daher an diesen Vorabenden früher ruhen lassen. Teils um die Wohnung oder sich selbst zu reinigen, das Haus zu schmücken oder sich mental auf das (religiöse) vorzubereiten.

Dem Einfluss der Handwerkersprache ist es zu verdanken, dass sich die ursprüngliche Bedeutung mit der Zeit auf die allgemeinere Ruhezeit und Freizeit an jedem Abend ausgeweitet hat.

Heute bezeichnet „Feierabend“ schlicht das, was nach der Arbeit kommt. Laut Definition im Duden handelt es beim Feierabend einfach um Freizeit, die auf das Ende des Arbeitstages folgt: ein freier Abend, das Wochenende, der Beginn der Ferien, eine erholsame Zeit mit Familie und Freunden. Wir schließen mit der Arbeit ab und gehen dem privaten Leben nach.

Lustige Sprüche zum Feierabend "Feierabend! Jetzt erst mal einen Hopfensmoothie…"

Nicht zufällig beschreiben alternative Formulierungen, wie „Schicht im Schacht“ (aus dem Bergbau) oder „den Griffel, den Stift fallen lassen“ das Ende der beruflichen Beschäftigung. Selbst wer in Rente geht, dem wird sein „wohl verdienter Feierabend“ bescheinigt.

Für viele ist das ein erstrebenswertes Tagesziel. Der bekannte Unterhaltungskünstler Peter Alexander sang einst:

Feierabend, das Wort macht jeden munter. Feierabend, das geht wie Honig runter, Feierabend, und alle haben jetzt frei, frei, frei!

Warum ist der Feierabend so wichtig?

Feierabend machen – das klingt so leicht und fällt vielen Arbeitnehmern so schwer.

 
Mehr als 40 Prozent der  Beschäftigten können abends nicht von der Arbeit abschalten, fand das  NRW-Landesinstitut für Arbeitsgestaltung heraus. 23 Prozent sagen sogar,  dass die anhaltenden Gedanken an den Job das größte Hindernis seien,  sich zu regenerieren.

Vor allem lange und unregelmäßige Arbeitszeiten verhindern einen entspannten Feierabend oder dass wir zur inneren Ruhe zurückfinden.

Das gilt für Selbstständige übrigens genauso wie für Beamte oder Angestellte und hat keinesfalls immer nur mit Workaholismus zu tun.

Vielmehr hängt es oft mit mit dem sogenannten Work-Life-Blending, dem Verschwimmen der Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit zusammen. Permanente Präsenz über Smartphones und E-Mail, Homeoffice-Regelungen sowie die Flexibilisierung der Arbeitszeiten sind Fluch und Segen zugleich.


Fakt ist: Feierabend ist keinesfalls Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Immer nur funktionieren, funktioniert eben nicht.

Selbst wenn Sie Ihren Job wirklich gern machen, wird es Phasen geben, in denen es am Arbeitsplatz stressig wird. Die sollten und müssen Sie ausgleichen.

Ansonsten riskieren Sie viel…

  • Laune. Stress drückt auf die Stimmung. Wer verlernt, regelmäßig abzuschalten und zur Ruhe zu kommen, wird gereizter, unzufriedener, missmutiger.

  • Beziehungen. Wer die Arbeit und den Druck mit nach Hause bringt, belastet auf Dauer die Beziehungen daheim oder zu Freunden (die man kaum noch sieht). Streit und Konflikte sind so programmiert.

  • Schlaf. Wer die Arbeit auch noch mit ins Bett nimmt – und sei es nur durch Gedanken und Sorgen – kommen gar nicht mehr zur Ruhe. An den erholsamen, gesunden Schlaf ist nicht mehr zu denken. Chef und Arbeit verfolgen uns sogar noch in die Träume. Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme am nächsten Tag sind die Folge. Von Müdigkeit, erhöhter Fehleranfälligkeit und sinkender Produktivität mal ganz zu schweigen.

  • Gesundheit. Diesen physischen und psychischen Raubbau hält auch der Stärkste nicht aus. Das Risiko für Schlaganfälle steigt, ebenso das für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Selbst wer nicht sofort erkrankt, kann noch unter gravierenden Folgen leiden – zum Beispiel Rückenschmerzen, Migräne oder erhöhte Anfälligkeit für Infekte.

Indizien: Wann es Zeit wird, Feierabend zu machen
Achtung, die folgenden Punkte könnten Spuren von Humor enthalten…
✓ Ihr Partner fragt Sie neuerdings: „Wie war deine Nacht, Schatz?“ 
✓ Sie mögen keine Sonnenaufgänge mehr sehen. 
✓ Ihr Chef richtet Ihnen ein Homeoffice ein – gleich nebenan. 
✓ Auf Ihrer Wange ist schon wieder das Wort „ZTREWQ“ zu lesen. 
✓ Ihr PC ist jetzt in der Gewerkschaft 
✓ Sie gehen nur noch auf After-After-Work Partys. 
✓ Die Kollegen bitten Sie, das Licht auszumachen.


Erste Erholung: So starten Sie in den Feierabend

Tatsächlich können Sie für einen entspannten Feierabend sorgen, noch während Sie auf der Arbeit sind. Nutzen Sie die letzten Arbeitsstunden vor allem dazu, den Arbeitstag wirklich abzuschließen und damit auch gedanklich loszulassen. Die folgenden Tipps haben sich schon oft bewährt:

  • To-do-Liste aktualisieren Nehmen Sie sich kurz die Zeit, den Arbeitstag Revue passieren zu lassen und gehen Sie Ihre To-Do-Liste noch einmal durch: Welche Punkte können Sie abhaken? Welche Aufgaben bleiben stehen? So verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Tages-Leistungen und planen bereits den nächsten Tag. Zu notieren, was erledigt und was noch zu tun ist, verleiht einem das gute Gefühl, nichts zu vergessen und macht es einfacher abzuschalten.

  • Arbeitsplatz aufräumen Ein aufgeräumter Schreibtisch hilft, schafft auch Ordnung im Kopf. Heften Sie ab, was Sie aktuell nicht mehr brauchen. Entfernen Sie alte Arbeitsunterlagen und säubern Sie den Schreibtisch. Vorteil: Am nächsten Arbeitstag können Sie sofort loslegen. Wie bei einem Neustart. Auch das befreit gedanklich für den Feierabend.

  • Termine planen Kurz vor Feierabend nehmen Anfragen von Kunden oder Kollegen nochmal zu. Auch hier sollten Sie klare Prioritäten setzen: Was noch vor Feierabend erledigt werden kann, erledigen Sie. Was mehr Zeit und Aufmerksamkeit benötigt, planen und verschieben Sie auf den kommenden Arbeitstag. Ein gut geplanter Kalender, sorgt für mehr Überblick und weniger Gedankenballast.

  • Aufgaben abstimmen Tauschen Sie sich kurz mit den Kollegen über den vergangenen und kommenden Arbeitstag aus. Auf diese Weise bleiben alle auf dem Laufenden. Das stärkt nicht nur den Teamgeist. Es verbessert zugleich effizientes und produktives Arbeiten. Es wäre nicht gut, wenn der Feierabend eines Kollegen gleich das Team und Projekt blockiert. Sie selbst profitieren überdies mental, weil Sie kein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn Sie Feierabend machen.

  • Feierabendritual pflegen Rituale sind Fixpunkte im Leben. Sie können helfen, dem Tag Struktur zu geben und vermitteln Sicherheit. Ein Feierabendritual stellt Sie aber auch mental auf Abschalten ein: Mit dieser letzten Handlung schließen Sie bewusst den Tag im Büro ab. Das kann zum Beispiel das Gießen aller Büropflanzen sein. Oder das schon erwähnte Schreibtisch-Aufräumen. Hauptsache, Sie schalten innerlich auf Freizeit um. Das baut sofort Stress ab.


Schönen Feierabend wünschen: Ein Gruß zum Abschied
 Apropos Büroschluss, Dienstschluss, Ladenschluss: Bevor Sie den Arbeitsplatz verlassen und sich vollends der Muße und dem süßen Nichtstun  hingeben, sollten Sie sich noch von den Kollegen und Büronachbarn  gebührend verabschieden. Klassisch mit: „Tschüss, schönen Feierabend!  Bis morgen! (Oder: „Bis Montag!)
 Aber was antwortet man darauf?
 Als Zeichen der Höflichkeit unter Kollegen sollte man schließlich  jedem den Feierabend gönnen können und den Abschiedsgruß ebenso  freundlich erwidern. Dazu reichen schon wenige Worte, zum Beispiel:
 
- Schönen Feierabend! Mach‘ dir noch einen netten Tag.
- Genieß‘ den Feierabend. Hast du dir heute wirklich verdient!
- Ciao, komm gut nach Hause. Freue mich schon auf morgen!
- Schönen Feierabend und schönes Wochenende!

Die Wirkung solcher Worte ist nicht zu  unterschätzen. Ja, es sind meist nur Floskeln. Aber im Moment geben sie  uns ein gutes Gefühl und kommen einem Ritual gleich. Überdies stärkt die  kleine Aufmunterung das Verhältnis unter Kollegen. Man fühlt sich  beachtet und wertgeschätzt. Kurz: Es ist der perfekte Start in einen  schönen Feierabend. 


Endlich Feierabend: Tipps zur Entspannung

Jetzt aber so richtig: ankommen, abschalten, ausruhen. Die Seele baumeln lassen, die Kraftreserven wieder auffüllen und einfach nur Leben. Tipps, wie Sie Ihren Feierabend so richtig genießen können:

  • Nutzen Sie die Heimfahrt Zahlreiche Arbeitnehmer müssen nach Feierabend zuerst noch auf die Straße oder in die Bahn: nach Hause pendeln. Bei Stau und überfüllten Wagons kann das nochmal in Stress ausarten. Versuchen Sie die Zeit des Pendelns dennoch sinnvoll zu nutzen und runterzukommen: Hören Sie entspannende Musik oder ein Hörbuch. Denken Sie an das, was Sie gleich alles Schönes tun werden. So wird die Heimfahrt zur Vorfreude. Deshalb gilt auch: Alle Gedanken an die Arbeit sind jetzt tabu.

  • Schalten Sie das Handy aus Buchstäblich! Sie müssen im Feierabend nicht ständig erreichbar sein. Wer ständig auf den Posteingang schielt, kann nicht abschalten und sich erholen. Wenn Sie also keinen Bereitschaftsdienst haben oder es andere dringende Gründe gibt, schalten Sie das Handy einfach mal für zwei, drei Stunden aus, um wirklich runterzukommen und sich auch innerlich von der Arbeit zu distanzieren.

  • Gönnen Sie sich ein gutes Essen Gutes Essen macht glücklich und sorgt sofort für bessere Laune. Für viele reicht dazu schon eine kleine Mahlzeit bei Kerzenschein. Sie können aber auch mit Ihrem Partner oder mit Freunden Ihr Lieblingsessen kochen. Dazu eine Flasche Wein oder Bier – und der Feierabend startet einem kulinarischen Highlight.

  • Treffen Sie sich mit Freunden Apropos Freunde: Sozia