Intrapreneur: Mehr Erfolg durch unternehmerisches Denken

Aktualisiert: 19. Okt 2020

Mit Entrepreneur können die meisten etwas anfangen: Eine Persönlichkeit, die fest entschlossen ein Unternehmen gründet und zielstrebig ihre kreativen Ideen und Pläne umsetzt. Warum nicht diese Verve in bereits bestehenden Unternehmen nutzen? Ein Intrapreneur tut genau das. Unternehmer oder Arbeitnehmer? Dieser Gegensatz wird aufgelöst, stattdessen wird das Beste aus beiden Welten miteinander verbunden. Wie das funktionieren kann und welche Anforderungen an einen Intrapreneur gestellt werden…


Intrapreneur Definition: Was ist das?

Bei dem Begriff Intrapreneur handelt es sich um eine englische Wortneuschöpfung, entstanden aus den Wörtern intra-corporate (= unternehmensintern) und Entrepreneur (= Unternehmer).

Der Intrapreneur ist also ein Unternehmer im Unternehmen. Am ehesten ließe er sich mit „Binnenunternehmer“ übersetzen, entsprechend wird das Intrapreneurship als Binnenunternehmertum bezeichnet. Erstmals Erwähnung finden diese Begriffe im 1978 erschienenen Buch „Intra-Corporate Entrepreneurship“, das vom amerikanischen Unternehmer und Autor Gifford Pinchot III und seiner Frau Elizabeth verfasst wurde.

Der Mitarbeiter verkauft nicht mehr einfach nur seine Arbeitsleistung und ist im Gegenzug dem Direktionsrecht des Arbeitgebers unterworfen. Vielmehr tritt er selbstorganisiert wie ein Unternehmer auf und trifft eigenständig Entscheidungen, natürlich im Sinne des Unternehmens.

Was macht jemanden zu einem Unternehmer? Gefragt ist eine bestimmte Geisteshaltung, die sich in Persönlichkeitsmerkmalen niederschlägt wie diesen:

  • Resilienz

  • Risikobereitschaft

  • Selbständigkeit

  • Verantwortungsbewusstsein

  • Willensstärke

Ein Entrepreneur ist eine Persönlichkeit, die Unsicherheit und schwierige Situationen aushalten kann. Genau das wünschen sich zunehmend Unternehmen von ihren Mitarbeitern. Ein Intrapreneur erfüllt idealerweise dieselben Voraussetzungen wie ein Entrepreneur, bringt also dasselbe Mindset mit.


10 Regeln eines Intrapreneurs

Von Pinchot stammen dann auch die zehn Regeln des Intrapreneurs. Sie werden teilweise auch die zehn Gebote eines Intrapreneurs genannt und stehen für die Überzeugungen und persönlichen Eigenschaften, über die ein Mitarbeiter verfügen sollte, wenn er unternehmerisch handeln will:


  1. Komme jeden Tag mit der Bereitschaft zur Arbeit, gefeuert zu werden.

  2. Umgehe alle Anordnungen, die deinen Traum stoppen können.

  3. Unternimm alles, um Dein Projekt fortzuführen, ganz gleich was in Deiner Stellenbeschreibung steht.

  4. Suche Dir Mitarbeiter, die Dich unterstützen.

  5. Folge bei der Auswahl von Mitarbeitern Deiner Intuition und arbeite nur mit den besten zusammen.

  6. Arbeite solange es geht im Untergrund – frühzeitige Publizität könnte das Immunsystem der Firma wecken.

  7. Setze nie auf ein Rennen, bei dem Du nicht mitläufst.

  8. Um Verzeihung zu bitten, ist leichter als um Erlaubnis.

  9. Bleibe Deinen Zielen treu, aber sei realistisch im Hinblick auf die Möglichkeiten, diese zu erreichen.

  10. Halte Deine Sponsoren in Ehren.


Diese Regeln stammen aus Pinchots 1986 erschienenes Buch Intrapreneuring: Why You Don’t Have to Leave the Corporation to Become an Entrepreneur. Später hat er sie um sechs weitere ergänzt:


  1. Frage um Rat bevor Du um Mittel bittest.

  2. Zeige Dankbarkeit.

  3. Bilde ein Team, Intrapreneurship ist keine Soloaktivität.

  4. Teile Vertrauen auf breiter Basis.

  5. Behalte die Interessen des Unternehmens und seiner Kunden im Blick, ganz besonders, wenn die Regeln gebogen und die Bürokratie umgangen werden müssen