Jobzufriedenheit: Worauf kommt es an?

Jobzufriedenheit ist ein Kernthema – für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen. Die einen wollen im Beruf glücklich sein, sich am Arbeitsplatz wohlfühlen und eine langfristige Perspektive haben. Die anderen wollen sich einen Ruf als Arbeitgeber erarbeiten, um Talente anzulocken, sich einen Vorteil gegenüber den direkten Konkurrenten zu verschaffen und durch zufriedene Mitarbeiter bessere Ergebnisse erzielen. Allerdings scheint die Rechnung auf beiden Seiten nicht wirklich aufzugehen, da ein großer Teil der Arbeitnehmer in Deutschland von wahrer Jobzufriedenheit weit entfernt ist. Wir zeigen, worauf es Mitarbeitern in Unternehmen wirklich ankommt…


Jobzufriedenheit in Deutschland: 44 Prozent denken an einen Wechsel

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt durchläuft in Deutschland in vielen Bereichen eine durchaus positive Entwicklung. Es werden in vielen Branchen mehr Stellen ausgeschrieben, wodurch die Aussichten für Bewerber steigen, einen passenden Job zu finden.

Einmal im Unternehmen angekommen, ist die anfängliche Freude aber oft schnell verflogen und weicht Frust und Unzufriedenheit. So zeigt eine Manpower Studie zur Jobzufriedenheit, dass gerade einmal jeder Zweite Deutsche wirklich glücklich mit seiner beruflichen Situation ist und diesen Trend auch für die nächste Zeit anhalten sieht. Ganze 44 Prozent der Arbeitnehmer gaben in der Umfrage an, dass Sie sich vorstellen könnten, innerhalb der nächsten 12 Monate ihren Job zu wechseln.

Der Anteil ist zwar erschreckend hoch – gerade wenn man sich vor Augen führt, wie viele Unternehmen sich die Jobzufriedenheit der Mitarbeiter als hohes Ziel auf die Fahnen geschrieben haben – aber im Vergleich zu den letzten Jahren lässt sich dennoch eine leichte Besserung erkennen. In 2015 waren es noch 49 Prozent der Befragten, die mit ihrem derzeitigen Job unzufrieden waren.


Jobzufriedenheit Test: Hat Ihr Job alles, was es braucht?

Sind Sie zufrieden in Ihrem Job? Für viele ist diese Frage gar nicht so leicht zu beantworten. Eigentlich ist man schon zufrieden, doch wenn man dann genauer darüber nachdenkt, kommen schon einige Punkte zusammen, die man gerne ändern würde. Aber dafür gleich über einen Jobwechsel nachdenken und die Sicherheit der Festanstellung riskieren, die man sich mühsam erarbeitet hat? Diesen Schritt scheuen viele dann doch und so findet man sich mit der Situation ab, erfreut sich an den positiven Seiten und versucht die Kritikpunkte solange zu ignorieren, bis man sie vergessen hat. Leider meist vergebens, da man irgendwann von der eigenen Unzufriedenheit eingeholt wird.

Zwar sind die Faktoren, die über die Jobzufriedenheit entscheiden, individuell verschieden und was für den einen Mitarbeiter von großer Bedeutung ist kann für einen anderen nur zweitrangig oder gar vollkommen unwichtig sein. Doch in Umfragen und Studien zeigt sich immer wieder, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt und die Jobzufriedenheit von einigen Kernfaktoren abhängt – die höchstens in der Reihenfolge variieren. Machen Sie den Test und finden Sie heraus, ob Ihr Job alle wichtigen Kriterien der Jobzufriedenheit für Arbeitnehmer erfüllt:

  • Arbeitsatmosphäre Wertschätzung, Anerkennung, Respekt und Feedback sind nur einige der Aspekte, die für die Arbeitsatmosphäre entscheidend sind und dafür sorgen, dass man jeden Tag aufs Neue gerne zur Arbeit geht. Auch die Kollegen, das Stresslevel und der allgemeine Umgang mit Druck in einem Unternehmen spielen dabei eine große Rolle.

  • Arbeitszeiten Natürlich steigert es die Zufriedenheit, wenn nicht dauerhaft Überstunden anfallen und die Arbeitszeiten in geregelten Bahnen verlaufen. Gleichermaßen ist für viele die Flexibilität ein wichtiges Kriterium, wenn es etwa darum geht, einen Teil der Arbeitszeit im Home Office zu verbringen oder morgens später anzufangen und die Stunden am Abend nachzuholen.

  • Aufstiegschancen Das Gefühl, über Jahre auf der Stelle zu treten und beruflich nicht voran zu kommen, ist für viele Mitarbeiter eine Ursache der Unzufriedenheit. Man wünscht sich neue Herausforderungen, mehr Verantwortung und die Chance, beruflich mehr zu erreichen.

  • Chef Ob die Arbeit Spaß macht oder jeder Tag zur Qual wird, hängt zum Teil auch vom Vorgesetzten ab. Kommt man mit dem Chef nicht klar, ist ständig anderer Meinung oder hat das Gefühl, benachteiligt zu werden, ist Unzufriedenheit nur noch eine Frage der Zeit.

  • Gehalt Für die einen ist es der wichtigste Punkte, andere legen mehr Wert auf andere Bereiche, doch für alle ist es unerlässlich, um die eigenen Rechnungen zu bezahlen. Stimmt das Gehalt nicht, drohen nicht nur finanzielle Probleme, es entsteht auch das Gefühl, die eigenen Leistungen würden nicht ausreichend honoriert und geschätzt.

  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie Immer mehr Arbeitnehmer wünschen sich, neben dem Beruf auch genügend Zeit zu haben, um eine Familie zu gründen und sich auch um diese zu kümmern. Ist der Wunsch nach einer Familie da, doch der Job lässt diesen Schritt nicht zu, werden viele Mitarbeiter unzufrieden und sehen sich nach Alternativen um.

  • Weiterbildungsmöglichkeiten Neben Aufstiegschancen sind für viele auch Weiterbildungsmöglichkeiten ein wichtiger Faktor. Man möchte seine Fähigkeiten und Kompetenzen erweitern, über den eigenen Tellerrand blicken und sich auf diese Weise neue Chancen erarbeiten oder Themenfelder erschließen.

Gar nicht so leicht, all diese Punkte einzuordnen. Und es geht noch weiter: Aus der Flow-Theorie (die hat der renommierte US-Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi entwickelt), wissen wir heute, dass Menschen dann optimal motiviert, kreativ und produktiv sind, wenn sie jenen Zustand im Job erreichen, wo sie eine Aufgabe nicht langweilt, nicht überfordert, aber dennoch herausfordert. Dort entsteht genau dieser Flow. Und nur so lernen wir ständig hinzu und behalten den Spaß am Job, weil wir anschließend ein Erfolgserlebnis registrieren: Wir sind ein Stück über uns hinausgewachsen.

Und wie sieht das aktuell bei Ihnen aus? Machen Sie mit bei unserem kleinen Quiz zur Jobzufriedenheit. Das Ganze hat natürlich keinerlei wissenschaftlichen Anspruch, sondern soll vor allem einem dienen: der eigenen Orientierung.

Welche der folgenden 25 Aussagen treffen auf Sie zu?

  • Sie arbeiten auf einer Position, die optimal zu Ihren Stärken und Talenten passt.

  • Anspannung und Entspannung halten sich die Waage.

  • Sie müssen kaum Überstunden machen – und wenn werden sie fair vergütet.

  • Ihre Arbeit bietet noch immer spannende Herausforderungen und Abwechslung.