Karriereplan: Orientierung für mehr Erfolg und Muckis im Kopf

Der Karriereplan klingt wie ein Relikt aus vergangenen Tagen. Viele Karrieren verlaufen heute nicht mehr gerade, sondern eher im Zickzack-Kurs. Lebensläufe haben Lücken. Werdegänge weisen Brüche aus. Berufe wechseln.

Gerade deshalb sind Karrierepläne aber nicht obsolet – sie werden wichtiger. Um in dem Hin und Her, dem Auf und Ab den roten Faden im Blick zu behalten, die (eigenen) Ziele nicht zu vergessen. Ein Karriereplan gibt Orientierung und hilft nicht nur, die beruflichen Ziele zu visualisieren, sondern bewahrt auch davor, auf Abwege zu geraten.

Zeiten ändern sich, manches bleibt: Karriere passiert nicht einfach, sie wird (selbst-)gemacht. Und nicht selten ist sie das Ergebnis eines klugen Plans. Wir geben Tipps und Beispiele, wie Sie einen Karriereplan erfolgreich für sich nutzen…


Karriereplan: Leitplanken finden und flexibel bleiben

Kein Plan überlebt den Kontakt mit der Realität. So lautet ein amüsantes Bonmot. Und es stimmt: Karrierepläne sind zunächst nichts weiter als eine theoretische Vision. Die Realität der Zukunft kann dann ganz anders aussehen. Dafür ändern sich Arbeitsmärkte und Konjunkturzyklen einfach viel zu häufig.

Wie heißt es so schön: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt…

Zugegeben, nicht wenige sehen in Karriereplänen ein zu enges Korsett, in dem sie sich nicht mehr frei entfalten und nicht flexibel und spontan reagieren können.

Auch das stimmt, wenn man seinen Karriereplan tatsächlich als starres Konstrukt versteht, das es linear und strikt umzusetzen gilt.

Ein guter Karriereplan ist jedoch etwas völlig anderes.

Er dient als Orientierung und roter Faden, gibt die Hauptrichtung, Leitplanken und Meilensteine vor. Er schränkt jedoch nie ein.

Im Kern geht es dabei darum, sich zu überlegen, wo man in den nächsten drei bis fünf Jahren beruflich stehen will, wie man dorthin kommt und vor allem, was man dort für sich und das Unternehmen erreichen möchte.

Das verschafft enorme Klarheit. Mehr noch: Wir übernehmen dabei das Steuer in der Lebensreise und beruflichen Entwicklung.

  • Andere lassen sich treiben; schauen, was passiert; hoffen auf Glück, eine Beförderung, mehr Gehalt. Darauf, von irgendwem entdeckt oder gerettet zu werden.

  • Der Planvolle dagegen ist seines Glückes eigener Schmied.

Entsprechend einfach lässt sich ein solcher Karriereplan erstellen. Er sollte vor allem diese Fragen beantworten:

  • Welche Priorität hat der Job im Vergleich zu anderen Lebensbereichen?

  • Welche beruflichen Ziele will ich mittel- und langfristig erreichen?

  • Welche Werte und Grundsätze sind für mich dabei wichtig?

  • Welche Stärken und Kompetenzen werden dazu benötigt?

Entscheidend beim letzten Punkt ist, dass es sich bei der Orientierung wirklich um Ihre Werte und Wünsche handelt – nicht um die Erwartungen anderer – der Freunde, der Familie oder des Partners.

Daran sind schon manche Karrierepläne gescheitert: Irgendwann erkennen die Betroffenen, dass Sie die Vorstellungen und Ziele anderer verfolgen, ihre eigenen Ziele aber in einer ganz anderen Richtung liegen.

Kurz: Diese Menschen leben nicht ihr eigenes Leben.

Auch davor schützt ein kluger Karriereplan. Allerdings ist ehrliche und kritische Selbstreflexion ist beim Erstellen dafür das A und O.


Was gehört in einen Karriereplan?

Bevor Sie etwas zu Papier bringen, hat es sich bewährt, sich zunächst ein paar grundlegende Gedanken zu machen: über die eigenen Wünsche, ehrgeizige Träume, Ziele, Vorstellungen. Sowas. Für Klarheit sorgen am besten Fragen, die Sie sich natürlich nur selbst beantworten können:

  • Welche beruflichen Ziele sind mir wichtig?

  • Warum sind sie mir wichtig?

  • Sind das realistische Ziele?

  • Wie kann ich diese Ziele erreichen?

  • Welche Etappen sind dafür maßgeblich – in einem, drei, fünf und zehn Jahren?

  • Was müsste sich dafür eventuell ändern?

  • Gibt es auch einen Plan B?

  • Welche Arbeitsumgebung benötige ich dazu?

  • Was brauche ich in meinem Job, um glücklich und zufrieden zu sein?

  • Wann arbeite ich besonders produktiv?

  • Welche sind meine Schwächen?

  • Wo liegen meine Stärken?

  • Welche Fähigkeiten sollte ich weiter ausbauen?

  • Was kann ich an meiner Arbeitsweise verbessern, um meinem Ziel näher zu kommen?

Wer glaubt, dass ein Karriereplan schon reicht, um der beruflichen Laufbahn den entscheidenden Kick zu geben, irrt allerdings. Ein solcher Plan ist immer nur ein Auftakt. Ohne Einsatz und Engagement ist Erfolg in keinem Bereich möglich. Planen ist gut, die Umsetzung wichtiger.


Karriereplan erstellen: Strategien, Beispiele und Modelle

Klassisch verlaufen Karrieren in zwei Dimensionen:

  • Die vertikale Karriere Früher auch Kaminkarriere genannt. Das Ziel hierbei ist ein hierarchischer Aufstieg innerhalb von Unternehmen und Organisationen. Wer eine vertikale Karriere verfolgt, will immer mehr Führungsverantwortung übernehmen. Die Kandidaten streben ins (strategische) Management oder an die Konzernspitze.

  • Die horizontale Karriere Hört sich zunächst etwas schlüpfrig an. Gemeint ist aber eine Fachkarriere (im Gegensatz zur Führungskarriere). Die Betroffenen streben nach fachlicher Exzellenz und hoher Spezialisierung. Es ist der Weg vieler Naturwissenschaftler, Ingenieure und Programmierer. Ihr Ziel ist, irgendwann zu den besten ihres Berufs zu gehören. Eine echte Koryphäe eben.

Daneben gibt es natürlich noch andere Definitionen für Karriere. Sei es als Selbstständiger, Freiberufler oder Projektmanager.

Entsprechend gibt es auch für die Formulierung eines individuellen Karriereplanes unzählige Varianten. Die meisten Modelle laufen jedoch auf zwei grundlegende Strategien hinaus:

Karriereplan als Stufenmodell

Die meisten Karrierepläne ähneln einer Art Stufenmodell. Das zielt in erster Linie auf den stufenweisen beruflichen Aufstieg ab, der allerdings strukturiertes und strategisches Vorgehen erfordert. Das Ergebnis des Stufenmodells ist eine individuelle Karriereleiter mit Sprossen, die Sie selbst definieren.

Ein solcher Karriereplan eignet sich vor allem für Berufseinsteiger, die es rasch zu Reputation und einer bestimmten Hierarchiestufe bringen wollen.

Ein solch stufenweiser Karriereplan könnte zum Beispiel so aussehen:

Karriereplan-Beispiel
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Das Stufenmodell hat jedoch Schwächen. Das Karriereplan-Beispiel ist enorm linear gestaltet und setzt die Bereitschaft voraus, auf einem verhältnismäßig geringen Niveau einzusteigen und sich langsam durch die Hierarchieebenen hoch zu arbeiten. In der Praxis verlaufen Karrieren jedoch nur selten so geradlinig, wie es dieser Karriereplan vorgibt. Zudem beinhaltet er keinerlei Ausweichrouten. Rückschläge und temporäre Verschlechterungen der eigenen Position gehören aber bei jedem Karriereplan und jeder Strategie dazu.


Der kreative Karriereplan Das zweite Modell verfolgt daher einen varibler