Motivation: 7 + 5 Tricks die Sie neu motivieren

Aktualisiert: 19. Okt 2020

Geht es um Ziele, gibt es nur einen Weg, diese zu erreichen: Motivation. Fleiß, Disziplin, Pflichtgefühl – das alles hilft auf Dauer wenig, wenn die Motivation fehlt oder nachlässt. Motivation ist ein grundlegender Erfolgsfaktor. Erst durch sie entwickeln wir die Bereitschaft, uns anzustrengen, weiterzuentwickeln und notfalls Umwege zu gehen, um ein persönliches Ziel zu erkämpfen. Dahinter stecken die unterschiedlichsten Motive und Beweggründe: Geld, Macht, Anerkennung, Lust, Spaß und viele andere Faktoren können uns enorm motivieren.

Aber was steckt wirklich dahinter? Ist Motivation nur ein Gefühl? Oder eine geistige Superkraft? Und lässt sich Motivation neu wecken oder gar steigern, wenn wir antriebslos werden? Egal, ob Beruf, Hobby, Sport, Ehrenamt oder Start in die Selbstständigkeit: Wir zeigen Ihnen im Folgenden, wie Motivation funktioniert, was dabei im Gehirn passiert und wie Sie sich mit einfachen Tipps und Tricks neu motivieren können…


Definition: Was ist Motivation eigentlich?

Motivation ist die Gesamtheit aller Beweggründe (Motive), warum ein Menschen das tut, was er tut. Sie bestimmt sein Streben nach seinen individuellen Zielen. Der Begriff selbst stammt vom lateinischen Wort „motus“ – auf Deutsch: „Bewegung“. Motivation ist allerdings nicht nur der Antrieb („Motor“), der uns in Bewegung setzt. Sie hält uns ebenso aktiv („motiviert“).

Damit ist sie eine enge Verwandte von Durchhaltevermögen, Willenskraft, Entschlossenheit und Volition. Und so ein elementarer Erfolgsfaktor.

Ist unsere Motivation stark und heilsam, können wir alles vollbringen. (Dalai Lama)

Unser Verhalten ist in der Mehrzahl zielgerichtet oder zielstrebig. Um diese Ziele zu erreichen, benötigen wir jedoch einen Anreiz, einen Ansporn, ein echtes Interesse. Am deutlichsten wird das bei der Frage: „Warum stehe ich morgens überhaupt auf?“ Vor allem an einem Montag dürften sich viele die Frage stellen. Klassische Reaktionen:

  • Keine Lust…

  • Bin zu müde…

  • Ohne dritten Kaffee läuft gar nichts…

  • Ich hasse Montage…

Was uns trotzdem aufstehen und in den Tag starten lässt – das ist unsere Motivation:

  • Weil wir durstig sind.

  • Weil wir den Tag nutzen wollen.

  • Weil wir beruflich vorankommen kommen wollen.

  • Weil wir etwas bewegen wollen.

  • Weil wir den Job nicht verlieren wollen.

Vielleicht auch alles zusammen. Motivation kann unterschiedliche Bedürfnisse befriedigen. Sie ist praktisch bei all unseren Handlungen im Spiel. Nur, dass wir ihr in den meisten Fällen unbewusst folgen.

Wessen wir am meisten im Leben bedürfen ist jemand, der uns dazu bringt, das zu tun, wozu wir fähig sind. (Ralph Waldo Emerson)

Zwei Motivationsformen: Intrinsisch und extrinsisch

Woher kommt die Motivation? Kommt sie von innen oder doch eher von außen? Die Frage beschäftigt die Motivationsforschung schon lange. Heute sind sich Wissenschaftler weitgehend einig, dass es vor allem zwei Arten der Motivation gibt, die sich aus unterschiedlichen Anreizen ableiten und auch verschieden wirken. Es geht dabei um zwei gegensetzliche Pole auf einer Skala: die sogenannte intrinsische Motivation und deren Pendant, die extrinsische Motivation.


Intrinsische Motivation

Diese Form der Motivation kommt von innen heraus, aus uns selbst. Sie ist die stärkste Art der Motivation. Damit verbunden sind bessere Leistungen und höhere Zufriedenheit. Angetrieben werden wir dabei von eigenen Zielen, Wünschen, Leidenschaften. Daher ist diese Motivation auch unabhängig von externen Faktoren. Entscheidend ist allein, was uns inspiriert und anspornt.


Extrinsische Motivation

Diese Motivation wird durch äußere Faktoren und Anreize geweckt und verstärkt. In der Regel geht darum, ein gewünschtes Verhalten zu fördern. Die Hauptmotivatoren sind meist materiell oder finanziell: Güter, Geld, Boni. Sie können aber auch immaterieller Natur sein: gesellschaftlicher Status, Macht, Ruhm. Oder sogar negativ – in Form von Strafen und Sanktionen.


Wie beide Motivationsformen zusammenwirken

Die intrinsiche Motivation schließt die extrinsische allerdings nicht aus. Beide können symbiotisch zusammenwirken und uns besonders stark motivieren. Allerdings kann die extrinsische Motivation die intrinsische irgendwann vollständig ersetzen.

Am deutlichsten wird das bei einem Hobby, dass wir zum Beruf machen: Eben noch haben wir etwas aus freien Stücken getan. Weil wir Lust dazu hatten. Weil es einfach nur Spaß machte. Jetzt ist es unser Job. Wir bekommen sogar Geld dafür. Allerdings verbinden andere mit der Bezahlung auch Erwartungen. Vielleicht haben wir sogar Verantwortung übernommen – für Mitarbeiter, für Kundenbeziehungen. Wir haben jetzt Verpflichtungen.

Geld und Erfolg haben als externe Motivationsfaktoren das Ruder übernommen. Unterschwellig auch die Angst vor Misserfolg. Scheitern wir gar, werden die äußeren Anreize zum regelrechten Motivationskiller.

Dasselbe kann uns im Job passieren: Ein Beruf, den wir ausüben, weil wir ihn lieben und einen Sinn darin sehen, lässt sich durch hohe Bezahlung und Boni leicht korrumpieren. Wir gewöhnen uns ans Geld und vergessen (oder verraten) unsere eigentliche Motivation. Geld frisst Eifer auf.

Das Problem der extrinsischen Motivation ist: Sie versagt ihren Dienst auf, sobald die äußeren Anreize schwinden. Manche Wissenschaftler sagen sogar: Man kann Menschen nicht zu irgendetwas motivieren, wozu sie nicht schon intrinsisch motiviert sind. Ansonsten müsse man – ähnlich wie bei einem Drogenabhängigen – immer wieder die Dosis (= Geld, Boni, Status, etc.) erhöhen, damit es noch wirkt. Der Schlüssel zu anhaltender und wahrer Motivation liegt daher vor allem in uns selbst. Und in unserer Fähigkeit zur Selbstmotivation.


Motivation Psychologie: Die Bedeutung der Bedürfnisse

Motivationsforscher, Psychologen und Philosophen beschäftigen sich schon seit rund einem Jahrhundert mit der Frage, was Menschen motiviert. Eines der bekanntesten Modell in der Motivationstheorie stammt von Abraham Maslow – die sogenannte Maslowsche Bedürfnispyramide. Es war um das Jahr 1943, als der Verhaltensforscher erkannte, dass es unterschiedliche Stufen der Motivation beziehungsweise der Bedürfnisse dahinter gibt. Laut Maslow gibt es eine Hierarchie menschlicher Bedürfnisse.

  • Die drei untersten Stufen decken dabei die sogenannten Defizitbedürfnisse ab. Also die physische Grundversorgung, persönliche Sicherheit sowie soziale Beziehungen. Diese Bedürfnisse müssen laut Maslow zuerst befriedigt sein, damit man überhaupt so etwas wie Zufriedenheit empfindet. Erst danach folgen die Wachstumsbedürfnisse.

  • Zu den Wachstumsbedürfnissen zählen soziale Anerkennung beziehungsweise individuelle Bedürfnisse (Status, Geld, Macht, Karriere) und an der Spitze die Selbstverwirklichung (das Erkennen und entfalten des eigenen Potenzials). Sie sind allerdings praktisch nie zu befriedigen: Ein Künstler malt schließlich, um seine Kreativität auszuleben, nicht um zehn, 50 oder gar 100 Bilder zu malen.

Die Bedürfnispyramide erklärt auch, warum Menschen bereit sind, Zeit, Arbeit, Mühen und Energie zu investieren oder Einbußen hinzunehmen, nur um etwas zu erreichen: Sie befriedigen damit ihre wesentlichen (intrinsischen) Bedürfnisse. Nur jeder auf unterschiedlichen Stufen.

Maslows Modell ist allerdings nicht unumstritten. Daraus haben sich bis heute viele weitere Modelle und Motivationstheorien entwickelt. Zum Beispiel die Zwei-Faktor-Theorie (nach Herzberg). Sie betrachtet Unzufriedenheit und Zufriedenheit getrennt voneinander. Bedeutet: Wenn Sie nicht unmotiviert sind, müssen Sie nicht zwangsläufig motiviert werden.

Die beiden US-Psychologen Edward L. Deci und Richard M. Ryan, beide die Begründer der sogenannten Selbstbestimmungstheorie („Self-Determination Theory“, abgekürzt: „SDT“) wiederum sehen zum Beispiel drei psychische Grundbedürfnisse, die jeder Mensch hat:

  • Das Bedürfnis nach Kompetenz (effectancy).

  • Das Bedürfnis nach Autonomie / Selbstbestimmung (autonomy).

  • Das Bedürfnis nach sozialer Integration (affiliation).

Vor allem die Bedürfnisse nach Kompetenz und Autonomie seien für die Ausbildung intrinsischer Motivation maßgebend.

Wegen ihnen wollen Menschen aus sich heraus eine Sache voll und ganz beherrschen und empfinden Vergnügen dabei. Eine externe Belohnung brauchen sie nicht. Neugier, Interesse und Spontaneität reichen völlig, um sich zu verändern und weiterzuentwickeln.


Die 2 Richtungen der Motivation

Ob eine anstehende Veränderung erfolgreich ist, hängt ebenso davon ab, aus welchem Antrieb heraus wir handeln. Motivation bedeutet „Bewegung“. Entsprechend gibt es dabei zwei Richtungen:

  • Weg-von-Motivation Bei der Weg-von-Motivation wollen wir „weg von etwas“, weg von einem unerwünschten Zustand, einem miesen Job oder Menschen. Dahinter steckt jedoch meist ein Fluchtreflex. Das „Reißaus nehmen“ kann auch ein bequemes Ausweichen und unstrategisches Vorgehen sein. Hauptsache: weg!

  • Hin-zu-Motivation Wer sich dagegen irgendwo „hin“ orientiert, verfolgt meist einen Plan oder eine Strategie – und sieht prompt auch noch zielstrebig aus. Bei der Hin-zu Motivation wollen wir etwas erreichen, uns zu einem gesteckten Ziel hin entwickeln und haben klar vor Augen, wohin der Weg Sie führen soll.

Für unseren Erfolg und den Erhalt der Eigenmotivation ist es daher – langfristig – erforderlich, dass wir wissen, wohin die Reise geht. Dauerhaft motiviert bleibt, wer sich zu etwas „hin“ verändert und darin einen Sinn (oder positiven Zweck) erkennt.

Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.