Multi Cloud wird zum Vorreiter einer offenen IT-Welt

Cloud Computing krempelt die IT-Welt kräftig um. Die starren, monolithischen Systeme werden durch flexible, Infrastruktur-unabhängige Lösungen ersetzt.


Die Nutzung von Cloud Computing nimmt weiter rasant zu. Gartner prognostiziert für 2020 ein Marktvolumen von 266 Milliarden Dollar, das entspricht einem Plus von 17 Prozent gegenüber 2019.


Doch nicht alle Cloud-Dienste sind gleich. Es gibt drei Grundformen: Public Cloud von verschiedenen Cloud-Anbietern, Private Cloud im lokalen Rechenzentrum sowie hybride Ansätze, die Workloads sowohl in der Public als auch in der Private Cloud abarbeiten. Nutzt eine Anwendung Dienstleistungen von unterschiedlichen Public-Cloud-Anbietern, spricht man von Multi Cloud.


Die Multi Cloud liegt laut jüngstem "State of the Cloud Report" von Flexera voll im Trend. So haben bereits 93 Prozent aller Unternehmen Multi Cloud im Einsatz - 2019 waren es noch 84 Prozent. Dieser Trend ist auch in Deutschland zu beobachten. "Multi Cloud Computing nimmt Fahrt auf. Deshalb werden Interoperabilität und Offenheit der angebotenen Lösungen immer wichtiger", schreibt ISG-Analyst Heiko Henkes in einer Research-Note über den deutschen Cloud-Markt.

Für die Multi Cloud sprechen verschiedene Punkte. Unter anderem kann von verschiedenen Public-Cloud-Anbietern der jeweils funktionellste oder auch preisgünstigste Dienst ausgewählt werden.

Was die Cloud-Nutzungsformen angeht, so unterscheidet man zwischen Infrastructure-as-a-Service (IaaS), Plattform-as-a-Service (PaaS) und Software-as-a-Service (SaaS). Microsoft, Amazon Web Services und Google sind hierbei die drei weltweit führenden Anbieter von Public-Cloud-Diensten.


Multi Cloud als wichtiger Bestandteil der Digitalisierung

Der Hintergrund für diesen Boom: Multi Cloud ist ein wichtiges IT-Nutzungsmodell, um die vielfältigen Formen der Digitalisierung zu beschleunigen. Folglich argumentieren alle großen Cloud-Anbieter nicht mehr mit der Technologie und den dazugehörigen Produkten, sondern in einem umfassenderen strategischen Zusammenhang. "Wir möchten jedes Unternehmen befähigen, auch ein Softwareunternehmen zu werden", erläutert Ulrich Homann, Corporate Vice President und Distinguished Architect Cloud + AI bei Microsoft.

"Unser Ziel ist es, dass Unternehmen alle zur Transformation notwendigen technologischen Fähigkeiten selbst aufbauen können", so Homann weiter. Das ist aber nur möglich, wenn sich Geschäftsprozesse und Anwendungen nahtlos über verschiedene Systeme und Plattformen hinweg nutzen lassen. "Multi-Cloud-Funktionen müssen konsequent weiterentwickelt werden, um noch mehr Innovationen in allen Unternehmensbereichen zu ermöglichen", so die Einschätzung von Homann über die kommende Entwicklung auf diesem Gebiet.


Multi Cloud: mehr als die Big Three

Homann kennt die gesamte Bandbreite heutiger Multi-Cloud-Szenarien sehr gut: "Wer bei Multi Cloud nur an die drei großen Cloud-Anbieter denkt, berücksichtigt nur einen kleinen Teil der Multi-Cloud-Welt. Dazu gehören auch der riesige SaaS-Markt sowie die Anbindung der äußersten Enden der Industrie-IT. Stichwort: Edge Computing, also die dezentrale Datenverarbeitung zum Beispiel in Maschinen und Anlagen."

Je nach Anwendungsfall müssen Applikationen unterschiedliche Reaktionszeiten bei der Verarbeitung von lokalen Ereignissen aufweisen. Das Design von Anwendungen, die sowohl in der Private-, in der Public Cloud als auch dem Edge Computing in Maschinen und Anlagen ausgeführt werden können, erscheint hier erstrebenswert. "Das hat für den Anwender den Vorteil, dass er diese Infrastruktur wie eine Public Cloud nutzen kann und Anwendungen einfacher zwischen On-Premises und Public Cloud verschiebbar sind", erläutert Homann.

Diese extreme Nutzungsbandbreite von unterschiedlichen Cloud-Plattformen erhöht den Geschäftsnutzen von Multi Cloud erheblich, erhöht aber auch die Komplexität des gesamten IT-Managements. "Das einfache Managen heterogener Cloud-Umgebungen ist noch nicht zur allgemeinen Zufriedenheit gelöst", bestätigt Homann. Doch sowohl die großen Cloud-Provider als auch viele andere Software-Anbieter arbeiten mit Hochdruck an Lösungen.

Ein großer Schritt in diese Richtung war die Ankündigung von Azure Arc. Azure Arc ist als Werkzeug für das Cross-Platform-Management positioniert, mit dem sich die gesamte IT-Infrastruktur von der Edge über On-Premises bis hin zu verschiedenen Multi-Cloud-Umgebungen verwalten und steuern lässt. Das umfasst auch Linux-Server und VMware-Umgebungen sowie auf Kubernetes basierende Container-Umgebungen. Mit Azure Arc lassen sich auch Cloud-Umgebungen von AWS und Google managen.


Im Trend: vertikale, firmenübergreifende Zusammenarbeit

Bei Multi-Cloud-Management geht es aber nicht nur um die parallele Nutzung der drei großen Plattformen. Es geht auch um die Nutzung technischer Standards für die Entwicklung und den Betrieb von Anwendungen. Die Open Manufacturing Platform (OMP) ist eine 2019 gegründete Allianz, die produzierende Unternehmen bei der Skalierung von Innovationen unterstützt, sowohl durch branchenübergreifende Zusammenarbeit und Wissens- und Datenaustausch als auch durch Zugang zu neuen Technologien.

Die Ausweitung der intelligenten Produktion steigert Effizienz und Produktivität, bringt jedoch neue Herausforderungen mit sich. Innerhalb der Branche führen Legacy- und proprietäre Systeme zu Datensilos, die betriebsweite Einblicke und eine Transformation erschweren. Diese Herausforderungen gehen die Arbeitsgruppen der OMP an und beschäftigen sich mit Themen wie IoT-Konnektivität, semantische Datenmodelle, IIoT-Referenzarchitektur und zentrale Services für autonome Transportsysteme (ATS).

Industrial-IT ist sehr heterogen - auch was die Cloud-Angebote angeht. Neben den Hyperscale-Cloud-Providern gibt es OT-Anbieter wie Siemens, ABB oder Rockwell Automation, die industriespezifische Cloud-Lösungen anbieten. "Diese Angebote sollten bei einer umfassenden Multi-Cloud-Diskussion berücksichtigt werden", so Homann. "In der OMP bringen wir IT- und OT-Experten zusammen, um diese Vielfalt zu adressieren, um Silos zu überwinden und um gemeinsam Lösungen voranzutreiben, von denen die gesamte Fertigungsindustrie profitiert."


Die Zukunft entsteht in Fach-Communities

Um die Cloud-Entwicklung weiter voranzubringen, engagiert sich Microsoft auch in der Cloud Native Computing Foundation (CNCF), die ein Teil der Linux Foundation ist. Mit dem CNCF-Framework können Unternehmen skalierbare Anwendungen mit einem Open-Source-Software-Stack in öffentlichen, privaten und Hybrid Clouds erstellen und ausführen. Dazu gehören wichtige Komponenten wie Kubernetes, Prometheus und Envoy.

Nach eigenem Bekunden bringt die CNCF "die besten Entwickler, Endbenutzer und Anbieter der Branche zusammen" und veranstaltet die größten Open Source-Entwicklerkonferenzen der Welt. Mehr als 500 Mitgliedern unterstützen die CNCF, darunter die weltweit größten Cloud-Computing- und Software-Unternehmen sowie über 200 innovative Start-ups.

Eines der 19 Platin-Mitglieder in der CNCF ist Microsoft. "Wir engagieren uns hier, um native Cloud-Anwendungen sowohl in der Softwareentwicklung als auch im Management weiter zu entwickeln", erläutert Homann. "Ziel ist es, in beiden Bereichen Konsistenz zu schaffen und damit auch eine größere Investitionssicherheit für die Kunden."


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