SWOT-Analyse für Bewerber

Bekannt ist die SWOT-Analyse in erster Linie aus der Unternehmensstrategie. Sie soll dabei helfen Pläne zu entwickeln, mit denen Chancen genutzt und Gefahren gleichzeitig minimiert werden.

Doch auch Arbeitnehmer und besonders Bewerber können von der SWOT-Analyse profitieren, um die eigenen Chancen auf beruflichen Erfolg zu steigern – sei es nun der anvisierte Traumjob, für den Sie eine Zusage erhalten wollen oder die längst überfällige Beförderung, die bisher ausgeblieben ist.

Der Grundgedanke bleibt erhalten: Sie analysieren Stärken, Schwächen und das Umfeld, um Schritte daraus abzuleiten, die Sie Ihrem Ziel näher bringen. Hier erfahren Sie, wie die SWOT-Analyse funktioniert, wie Sie Ihre persönliche SWOT-Analyse erstellen und welche Strategien sich daraus für die jeweilige Situation ergeben…


SWOT-Analyse: Definition, Matrix, Beispiel

Die SWOT-Analyse in ihrer heutigen Form wurde in den Sechzigerjahren an der Harvard Business Schoolentwickelt. Die Wissenschaftler erschufen dabei ein Modell, das geeignet ist, die aktuelle Lage eines Unternehmens zu analysieren und durch Betrachtung von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken passende Strategien zu wählen, die zum Erfolg beitragen.


Wofür steht SWOT-Analyse?
 Der Begriff SWOT ist ein Akronym, eine Abkürzung für die Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe:Strenghts (Stärken)Weaknesses (Schwächen)Opportunities (Chancen)Threats (Risiken) 

Für eine umfassende Betrachtung bezieht die SWOT-Analyse zwei Perspektiven mit ein: Auf der einen Seite die interne Ansicht im Unternehmen – diese wird in den Stärken und Schwächen wiedergegeben. Auf der anderen Seite werden ebenso äußere Faktoren berücksichtigt, die als Chancen oder Risiken in die SWOT-Analyse einfließen.

Alle vier zusammen bilden vier Quadranten einer Matrix, in denen die jeweiligen Punkte abgebildet werden. In der Praxis werden die vier Quadranten der SWOT-Matrix also mit den Erkenntnissen der jeweiligen und vorherigen Analyse gefüllt (siehe Beispiel/Grafik):

SWOT-Analyse-Matrix-Beispiel-Grafik
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Mit welchen Punkten die SWOT-Analyse gefüllt wird, ist dabei natürlich stets individuell. Für jedes Unternehmen ergeben sich bei der genauen Analyse unterschiedliche Stärken, Schwächen, Chancen und auch Risiken.

Für ein besseres Verständnis und eine erste Orientierung in der SWOT-Analyse haben wir einige Beispiele für die unterschiedlichen Bereiche aufgelistet:


Strenghts (Stärken)

In die Kategorie der Stärken fallen Aspekte, die Unternehmen besser können als direkte Konkurrenten. Es handelt sich dabei um konkrete Vorteile, die genutzt werden können, um sich abzuheben und zu präsentieren. Dazu zählen beispielsweise…

➠ Geringere Kosten ➠ Besseres Know How ➠ Starke Internetpräsenz ➠ Besonders gute Führungsarbeit / Führungsstil ➠ Experten unter den Mitarbeitern ➠ Gut gelegener Standort ➠ Bessere Produktionsanlagen ➠ Modernere Technologien ➠ Gute Infrastruktur


Weaknesses (Schwächen)

Auf der anderen Seite werden in der SWOT-Analyse die Schwächen eines Unternehmens identifiziert und aufgelistet. Als genaues Gegenstück zu den oben genannten Stärken sind dies Nachteile gegenüber den Konkurrenten, bei denen ein Betrieb (noch) nicht mit anderen mithalten kann. Dies sind etwa…

➠ Fehlende Kapazitäten ➠ Schlechter ausgebildetes Personal ➠ Schädliches Betriebsklima ➠ Viele Fehltage ➠ Hohe Fluktuationsrate ➠ Veraltete Technologien / Prozesse ➠ Schlechteres Marketing / schlechterer Vertrieb ➠ Geringere Kundenbindung ➠ Geringere finanzielle Möglichkeiten


Opportunities (Chancen)

Bei Chancen wird nicht das Unternehmen selbst, sondern das Umfeld betrachtet. Aufgelistet werden bei der SWOT-Analyse als Chancen all die Entwicklungen, Trends oder äußeren Faktoren, aus denen sich Vorteile für das Unternehmen entwickeln können. Der Blick wird dafür über den eigenen Tellerrand hinaus gerichtet. Zu möglichen Chancen zählen…

➠ Gesellschaftliche Entwicklungen ➠ Politische Veränderungen ➠ Neue Gesetze ➠ Neue Technologien ➠ Veränderte Erwartungen von Kunden ➠ Demografische Veränderungen


Threats (Risiken)

Nicht jede äußere Entwicklung, die sich auf das Unternehmen auswirken könnte, ist positiv. Ergeben sich aus den äußeren Trends und Umständen möglicherweise Nachteile, fallen diese in der SWOT-Analyse in die Kategorie der Risiken. Das können natürlich ebenso die oben unter Chancen bereits aufgelisteten Aspekte sein. Weitere mögliche Risiken sind…

➠ Änderungen an den Börsen / Aktienkursen ➠ Neue Konkurrenten im Markt ➠ Sinkende Nachfrage nach eigenem Produkt / eigener Dienstleistung ➠ Sinkendes Preisniveau


Ursprung der SWOT-Analyse

 Der Grundgedanke hinter der SWOT-Analyse geht jedoch noch weiter zurück  und hat ursprünglich überhaupt gar nichts mit Unternehmen, sehr wohl  aber mit Strategien zu tun.

 So wird dem chinesischen Militärstrategen und Philosophen Sunzi, der  bereits vor 2500 Jahren lebte und vor allem durch sein Buch „Die Kunst  des Krieges“ in Erinnerung geblieben ist, dieses Zitat zugeschrieben:

 „Wenn du den Feind und dich selbst kennst, brauchst du den Ausgang von  hundert Schlachten nicht zu fürchten. Wenn du dich selbst kennst, doch  nicht den Feind, wirst du für jeden Sieg, den du erringst, eine  Niederlage erleiden. Wenn du weder den Feind noch dich selbst kennst,  wirst du in jeder Schlacht unterliegen.

Die SWOT-Analyse folgt letztlich denselben Prinzipien. Nur wer sowohl die eigenen Stärken und Schwächen kennt als auch Bescheid weiß, welchen Herausforderungen er sich gegenübersieht, kann letzten Endes erfolgreich sein – ob nun in einer Schlacht im alten China oder im Wettbewerb zwischen Unternehmen, Mitarbeitern oder Bewerbern in der heutigen Zeit.


Auch wenn es bei der SWOT-Analyse zunächst um Unternehmensstrategien ging, wurde das Konzept längst auch auf einzelne Personen übertragen (siehe Bewerber-Beispiel weiter unten).


Fragen für die 4-Felder-Matrix der SWOT-Analyse

Die SWOT-Analyse ist eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation unter Einbeziehung möglicher Entwicklungen. In einigen Bereichen mögen die Antworten klar auf der Hand liegen. Beispielsweise unter „Schwächen“, wenn ein Bewerber mangels passendem Abschluss bestimmte Positionen nicht bekleiden kann.

In anderen Fällen – mit Blick auf die Konkurrenz etwa – wird Recherche notwendig sein. Je nachdem was Ihr Ziel ist, ist die Analyse entsprechend umfangreich und aufwendig. Um ein möglichst detailliertes Bild über die gegenwärtigen Entwicklungsmöglichkeiten zu entwerfen, sollten Sie sich an folgenden Fragen orientieren:


Stärken für die SWOT-Analyse finden

  • Wo sind Sie besser als andere?

  • Welche Bereiche sind besonders wichtig für Ihren Erfolg?

  • Welches Alleinstellungsmerkmal haben Sie?

  • Worin liegen Gründe für vergangene Erfolge?

  • Worin versuchen Konkurrenten Sie zu kopieren?

  • Wodurch unterscheiden Sie sich von der Konkurrenz?

  • Welche Ressourcen lassen sich intern noch besser nutzen?

Schwächen für die SWOT-Analyse finden

  • Was sollte besser vermieden werden?

  • Welche Leistungen sind gering ausgeprägt?

  • Welche Bereiche sind schlecht ausgestattet?

  • Wie wirkt sich der Standort aus?

  • Was fehlt im eigenen Unternehmen?