Tipps für das Bewerbungsschreiben

Jede Bewerbung beginnt mit dem Bewerbungsschreiben. Es liegt bei allen Bewerbungsunterlagen obenauf und bildet – zusammen mit dem Lebenslauf – den Kern Ihrer Bewerbung.

Im Anschreiben geht es vor allem um Ihre Motivation für den Job und Ihre Persönlichkeit. Um Personaler zu überzeugen, muss das Bewerbungsanschreiben klar strukturiert und individuell formuliert sein. Es soll neugierig machen – auf Sie und den Rest der Bewerbungsmappe.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie ein professionelles Bewerbungsschreiben formulieren, aufbauen und Ihre Chancen auf den Traumjob steigern.


Bewerbungsschreiben Aufbau

Das Bewerbungsschreiben gliedert sich in der Regel in sechs Abschnitte beziehungsweise 4-5 Absätze. Generell erfolgt der Aufbau des Bewerbungsschreibens nach diesem Muster (von oben nach unten):

Briefkopf (mit Anschrift, Empfänger, Datum und Betreffzeile), Einleitung, Hauptteil, Unternehmensbezug, Schluss und Anlagen.

Das Anschreiben sollte übersichtlich sein, das Layout und Design zum Rest der Bewerbungsunterlagen passen. So wirken Ihr Profil und Ihr Werdegang wie aus einem Guss.


Bewerbungsschreiben Länge: Eine DIN A4 Seite

92 Prozent der von uns befragten Personaler sagen, dass das Bewerbungsschreiben nicht länger als eine DIN A4 Seite sein sollte. Mehr will niemand lesen.


Bewerbungsschreiben Inhalt

Im Folgenden finden Sie ausführliche Informationen und Hinweise zu allen wichtigen Abschnitten im Bewerbungsschreiben. Die Elemente und Details zeigen dem Personaler, dass Sie eine professionelle Bewerbung schreiben können und perfekt zur Stelle passen.

Briefkopf

Der sogenannte Briefkopf besteht aus wichtigen Kontaktdaten, Datum und Betreff. Wichtig ist, dass Sie hierbei maximal sorgfältig sind. Tippfehler und Zahlendreher bei Ihren Kontaktdaten, verhindern womöglich, dass man Sie erreicht; Fehler beim Empfänger werden hingegen immer negativ und als Indiz für eine schlampige Arbeitsweise ausgelegt. So setzt sich der Briefkopf zusammen:

  • Absender / Kontaktdaten Hier stehen Ihre persönlichen Daten: Vorname und Nachname, Adresse (Straße + Hausnummer, PLZ + Wohnort), Telefon und E-Mail-Adresse. Wer mag, kann einen Link zu seiner Bewerbungshomepage, einem Bewerbungsvideo oder zu einem Business-Profil auf Linkedin oder Xing angeben (vorher aktualisieren!).

  • Empfänger Drei Zeilen unter Ihren Kontaktdaten steht der Empfänger und adressierte Arbeitgeber mit Ansprechpartner. Die Empfängeradresse wird klassisch aufgebaut und MUSS absolut fehlerfrei sein:

  • Firmenname (inkl. GmbH, KG, AG, SE, etc.)

  • Vor- und Zuname des Ansprechpartners

  • Adresse (Straße & Hausnummer, PLZ & Ort)

  • Datum Rechtsbündig unter den Empfänger kommt das Datum im Bewerbungsschreiben. Es sollte aktuell sein. Idealerweise wählen Sie hierfür das Versanddatum. Also wann Sie die Bewerbung verschicken wollen. Die Formularform „TT.MM.JJJJ“, bei der fehlende Ziffern mit einer Null aufgefüllt werden („01.05.“) finden wir bürokratisch. Sparen Sie sich die Nullen, und schreiben Sie lieber den Monat aus.

  • Betreff Die Betreffzeile hat die größte Schriftgröße im Anschreiben. Sie fällt besonders auf und wird meist zuerst gelesen. Formulieren Sie diese so konkret wie möglich und nicht länger als EINE Zeile. Ganz wichtig: Schreiben Sie NIE das Wort „Betreff“! Zur Not nutzen Sie eine „Bezugzeile“. Heißt: Unter die Betreffzeile kommt – in kleinerer Schriftgröße – der Bezug zur Stellenanzeige. Beispiel: Bewerbung für eine Stelle als Verkäuferin Ihr Stellenangebot auf karrieresprung.de, Referenznummer: 2021/138

Anrede

Ihr Bewerbungsschreiben beginnt bitte immer mit einer persönlichen Anrede. Die Formulierung „Sehr geehrte Damen und Herren“ wirkt zu unpersönlich. Versuchen Sie vorab einen Ansprechpartner zu recherchieren. Falls der nicht in der Stellenanzeige genannt wird, hilft auch ein Anruf in der Personalabteilung oder ein Blick auf die Unternehmenshomepage und Karriereseite sowie Linkedin und Xing. Der Anruf lässt sich mit einer einfachen Frage tarnen, Motto: „Ich wollte mich erkundigen, ob die Stelle noch frei ist. Falls ja: Wer ist der Ansprechpartner?“ Ein direkt adressiertes Bewerbungsschreiben vom Typ: „Sehr geehrte Frau Mustermann“ wirkt immer professioneller.

Einleitung / Der erste Satz

Die Einleitung des Bewerbungsanschreibens soll Interesse wecken. Mit dem Einleitungssatz „hiermit bewerbe ich mich…“ gelingt das nicht. Auch Floskeln wie „mit großer Freude habe Ihre Stellenanzeige gelesen…“ sind tabu. Sie sind zwar nicht falsch, aber Floskeln und langweilig. Der erste Satz sollte verfangen, Aufmerksamkeit und Sympathien wecken. Das gilt noch mehr für die Initiativbewerbung.

Gut ist, wenn Sie schon in der Einleitung wichtige Schlagwörter und Argumente für sich liefern. So wird das Bewerbungsschreiben individueller. Und sie beweisen, dass es sich nicht um eine „Massenbewerbung“ handelt. Ebenfalls hilfreich: Fragen, die sich jeder Personaler stellt. Diese beantworten Sie schon im ersten Satz. Zum Beispiel: Warum wollen Sie DIESEN Job bei DIESEM Arbeitgeber? Was sind Ihre spezifischen Stärken? Warum sind Sie der perfekte Kandidat für die Stelle? Was ist Ihr persönlicher Arbeitsstil? – Beispiele für den Einstieg:

  • „ich möchte Ihnen gleich zu Beginn drei Gründe nennen, warum Sie von mir als neuem Mitarbeiter profitieren werden: 1. … 2. … 3. …“

  • „im Grunde kennen wir uns schon lange: Ich bin seit __ Jahren treuer Kunde Ihres Unternehmens. Vor allem Ihr Produkt _____ hat es mir angetan…“

  • „Sie suchen einen entscheidungsfreudigen und versierten _____, für den soziale Kompetenz, Organisationstalent und Durchsetzungskraft nicht bloß Worthülsen, sondern gelebte Praxis sind? Dann lesen Sie weiter: …“

  • „es hat mich riesig gefreut, Sie persönlich auf der _____-Messe vergangene Woche kennenzulernen. Der Auftritt Ihres Unternehmens sowie die Gespräche mit Ihrem Mitarbeiter, Herrn Max Muster, haben mich nachhaltig beeindruckt und den Wunsch verstärkt, meine Ausbildung zum _____ bei Ihnen zu absolvieren. Daher bewerbe ich mich für…“

  • „nach gut zehn Jahren Berufserfahrung im Bereich _____ möchte ich mich neuen Herausforderungen stellen. Ich bin überzeugt, meine fachlichen Qualifikationen und teamorientierte Arbeitsweise gewinnbringend bei Ihnen einsetzen zu können. Denn…“

Hauptteil

Im Hauptteil geht es um Ihre persönlichen Qualifikationen, die Soft Skills. Die Hard Skills finden sich schon im Lebenslauf. Bewerber punkten, indem Sie nachvollziehbar und überzeugend darstellen, dass allen Anforderungen des Jobs gewachsen sind. Aber bitte nicht mit Floskelsätzen wie „Ich bin teamfähig, engagiert, motiviert.“ Auch wenn es stimmt, klingt es nach Klischee. Um sich von der Masse abzuheben, schreiben Sie besser kurz von einem konkreten Beispiel und belegen die Fähigkeiten indirekt.


Wichtig: Die geschilderten Kompetenzen und Kenntnisse sollten immer etwas mit dem Job zu tun haben. Also nicht aufzählen, was Sie gemacht haben, sondern Relevantes auswählen. Unterschätzen Sie im Bewerbungsschreiben nie die Macht der Zahlen! Alles, was Sie quantifizieren können, sollten Sie erwähnen. Papier ist geduldig, Zahlen sind belastbar! Beispiele:

  • „Während meines Praktikums bei ___ brannte ich für das Projekt ___, das ich organisieren und leiten durfte. Um die Kollegen mit ins Boot zu holen und zu begeistern, habe ich … . Ein voller Erfolg! Binnen zwei Wochen konnten wir gemeinsam…“

  • „Eine meiner Stärken liegt in der praktischen Lösung von Problemen im Betriebsablauf. Durch die gute Zusammenarbeit im Team und die Bereitschaft zu schnellen Einsätzen (auch am Wochenende) ist es mir oft gelungen, einen Produktionsausfall um __ Prozent zu minimieren oder ganz zu vermeiden.“

  • „…dort habe ich ein 10-köpfiges Team geleitet. In dieser Funktion habe ich mehrere Projekte erfolgreich koordiniert und mit meinem Team in weniger als zwei Wochen eine Lösung für die XY-Aufgabe erarbeitet.“

Unternehmensbezug

Falls noch nicht geschehen, sollten Sie im Bewerbungsschreiben jetzt einen deutlichen Bezug zum Unternehmen herstellen – eine Verbindung zwischen Ihrer Motivation, hier zu arbeiten, und den dargestellten Fähigkeiten. Kurz: Es geht um Ihr Eignung und den Mehrwert, den Sie bieten.


Bewährt hat sich, wenn Sie im Vorfeld der Bewerbung im Internet recherchieren und sich überlegen, welche Herausforderungen mit dem Job verbunden sind. Welches Know-how ist für den Arbeitgeber besonders interessant? Schreiben Sie einen kurzen Absatz dazu, wie Sie dieses Wissen in den ersten Tagen erfolgreich anwenden könnten. Auch hier: Nicht Masse, sondern Klasse zählt!

  • „Seit rund 20 Jahren entwickle und verkaufe ich Produkte und Lösungen zu ____. Durch gezielte Optimierung der Verkaufsprozesse konnte ich als Key Account Manager bei ____ den Absatz um __ Prozent steigern. Zudem verbesserte sich die Kundenzufriedenheit innerhalb von zwei Jahren von __ auf __ Prozent. Auch in dieser Position würde ich versuchen…“

  • „Nachhaltige Kundenbeziehungen liegen mir von Natur aus am Herzen. Bei meinem aktuellen Arbeitgeber habe ich eigenständig ein Projekt initiiert, das Bestandskundenmanagement zu optimieren. Die Kundenzufriedenheit stieg danach messbar um rund __ Prozent. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies auch für diese Position ein erfolgreicher Ansatz ist, den ich erweitere, indem ich…“

Schluss

Das Finale im Bewerbungsschreiben benötigt nochmal einen Höhepunkt. Denn der Schluss bleibt im Kopf des Personalers haften. Bis hierhin klingen Sie kompetent und motiviert, strahlen Selbstbewusstsein aus. Das muss auch so bleiben. Der größte Bewerbungsfehler, den Sie machen können, ist leider der verbreitetste: der Konjunktiv. „Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.“ Oder: „Gerne würde ich Ihnen meine Motivation im Vorstellungsgespräch erläutern…“

Solche Sätze klingen sympathisch bescheiden. Im Schlusssatz aber wirken Bewerber damit unsicher und klein. Treten Sie lieber selbstsicher (nicht arrog